Anwohner der Gesamtschule Kaufungen beschweren sich über ständigen Lärm während der Abrissarbeiten

„Wie ein Maschinengewehr“

Abriss auf Hochtouren: Domenik Bergmann und seine Kollegen sorgen dafür, dass das marode Schulgebäude bis zu den Sommerferien verschwindet. Der Lärm, der dabei entsteht, geht vielen Anwohnern der Gesamtschule auf die Nerven. Foto:  Sebastian Dilling

Kaufungen. Der Vergleich, den Gerhard Wasmann für den Lärm wählt, der aus der Ruine der Gesamtschule Kau-fungen dringt, ist drastisch. „Das hört sich an wie permanentes Maschinengewehrfeuer“, sagt der 57-jährige Berufsfeuerwehrmann, der kaum hundert Meter von dem schadstoffverseuchten Hauptgebäude entfernt wohnt, das gegenwärtig abgerissen wird. Der Lärm stammt von einem Kleinbagger mit Pressluftmeißel, der die Stahlelemente des gut 40 Jahre alten Schulgebäudes bearbeitet.

„Dass der Betonkasten weg muss, sieht jeder ein“, sagt Wasmann, „wenn es aber in diesem Tempo weitergeht, haben wir den ganzen Sommer über diese wirklich unerträgliche, nervtötende Lärmbelästigung.“ Wasmann steht mit seiner Kritik nicht allein: In den vergangenen Tagen haben sich zahlreiche Anwohner beschwert, einige riefen sogar die Polizei.

„Aus statischen Gründen können nicht mehrere Leute und mehrere Bagger eingesetzt werden.“

Harald Kühlborn, kreisSprecher

Was sie besonders wurmt: In den vergangenen Tagen wurde mehrfach von morgens halb sieben bis abends halb zehn gearbeitet. Eine Information darüber, warum dies so war, haben die Bewohner des Quartiers nach eigenen Angaben nicht erhalten.

Beim Landkreis Kassel, der für den Abriss der maroden Gesamtschule verantwortlich ist, bestätigt man, dass länger als üblich gearbeitet wurde. Normalerweise dauerten die Abrissarbeiten von sieben bis 20 Uhr, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn auf HNA-Anfrage. Für die Ausweitung der Arbeitszeit nennt er zwei Gründe. Um die Abschlussarbeiten der Schüler des Haupt- und Realschulzweigs nicht zu stören, hätten die Bauarbeiter vergangene Woche längere Pausen einlegen müssen. Um bei den Abrissarbeiten nicht in Verzug zu geraten, hätten sie danach länger gearbeitet. Weiterer Grund für die Ausweitung war laut Kühlborn die Tatsache, dass in der vergangenen Woche ein großer Autokran vor Ort war, der für spezielle Arbeiten benötigt wurde. Das Gerät habe man optimal nutzen wollen.

Die Anwohner fragen sich derweil, warum nicht mehr Personal und Gerät eingesetzt werden, um die Dauer der Lärmbelästigung zu verkürzen. „Einleuchtend wäre, statt einem Arbeiter vielleicht fünf abzustellen“, sagt Gerhard Wasmann. Aus „statischen Gründen“ sei es nicht möglich, mehrere Bagger und Arbeiter bei der Entfernung der Stahlteile einzusetzen, sagt Kühlborn.

Der Verwaltungssprecher macht den Anwohnern aber Hoffnung. In der nächsten Woche werde ein großer Abbruchkran anrücken. „Dann geht die Sache deutlich schneller.“ Bis zum Beginn der Sommerferien Ende Juni soll das Unterrichtsgebäude verschwunden sein.

Von Peter Ketteritzsch

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