Wieder mehr Einwohner: Fragen und Antworten zur Bevölkerungsentwicklung

Kreis Kassel. Der Landkreis Kassel wächst wieder. Am 31. Dezember 2014 hatte er 233 451 Einwohner - 99 mehr als im Dezember 2013. Damit konnte der Landkreis erstmals seit dem Jahr 2002 mit 0,04 Prozent einen Bevölkerungsanstieg verzeichnen.

Wie hat sich die Einwohnerzahl in den einzelnen Kommunen entwickelt?

Bei der Einwohnerbilanz der einzelnen Kommunen gibt es ein uneinheitliches Bild. Steigende Einwohnerzahlen gab es im Jahr 2014 in Ahnatal, Baunatal, Calden, Espenau, Fuldatal, Lohfelden, Nieste, Niestetal, Schauenburg, Trendelburg, Wolfhagen und Zierenberg. Den größten Zugewinn in absoluten Zahlen hatte 2014 Niestetal mit 192 Bürgern mehr - auch prozentual der höchste Zuwachs mit 1,83 Prozent vor der Gemeinde Nieste mit einem Zuwachs von 1,78 Prozent.

Wie hat sich die Bevölkerungszahl im Altkreis Kassel entwickelt?

Im Altkreis Kassel gibt es einen Zugewinn von 343 Einwohnern. Das ist ein Plus von 0,24 Prozent.

Welche Kommunen haben die meisten Einwohner verloren?

Prozentual die meisten Einwohner verlor Liebenau. Hier sank die Einwohnerzahl um 53 (1,64 Prozent) auf 3176 Ende Dezember 2014. Ebenfalls größere Rückgänge gab es in Bad Karlshafen (37/1,04 Prozent) und Breuna (36/0,99 Prozent).

Welche Region hat die meisten Einwohner verloren?

Die Hauptlast des Einwohnerverlustes liegt erneut in der Region Hofgeismar, die einen Rückgang von 0,59 Prozent (334) zu verzeichnen hatte.

Welche Region hat gewonnen?

Das Wolfhager Land hat erstmals seit 1999 wieder einen positiven Trend - hier stieg die Bevölkerungszahl um 0,23 Prozent (90). „In Wolfhagen muss man den Sondereinfluss durch die rund 400 Asylbewerber, die in Wohnungen und Gemeinschaftsunterkünften leben, mit berücksichtigen“, weist Landrat Uwe Schmidt (SPD) auf eine Wolfhager Besonderheit hin.

Welche Gründe hat die Stabilisierung der Einwohnerzahl?

Die stabile Entwicklung der Bevölkerungszahl im Landkreis Kassel liegt laut Schmidt an der Nähe zur Stadt Kassel und der guten Infrastruktur im Bereich Bildung und Verkehr sowie der Willkommenskultur im Landkreis. Neue Baugebiete und der Zuzug von jungen Familien aufs Land spielten ebenso eine Rolle.

Fließen Flüchtlinge in die Statistik mit ein?

In der Statistik des Jahres 2014 machen sich die bei uns wohnenden Flüchtlinge erstmals richtig bemerkbar. In die Bevölkerungszahlen des Statistischen Landesamtes fließen die in Privatwohnungen und Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises wohnenden Asylsuchenden mit ein. Keine Rolle spielen hingegen die Flüchtlinge, die vom Land Hessen in Erstaufnahmeeinrichtungen wie in Calden oder in Hofgeismar-Beberbeck untergebracht werden.

Sprechen die Zahlen für eine Kehrtwende des demografischen Wandels?

Trotz der stabilen Entwicklung ist es „wohl noch zu früh, um von einer Trendumkehr zu sprechen“, betont Landrat Schmidt. Dass sich am demografischen Wandel grundsätzlich nichts geändert hat, beweist auch der von den Wiesbadener Statistikern ermittelte Gestorbenenüberschuss. Danach wurden im Jahr 2014 1115 weniger Babys im Landkreis Kassel geboren, als es im gleichen Zeitraum Verstorbene gab. Gleichzeitig profitierte der Landkreis von einem Zuzug-Plus. Der Wanderungsgewinn betrug 1196 - so viele Menschen sind mehr zu- als aus den Kommunen im Landkreis weggezogen.

Warum ist die demografische Situation für den ländlichen Raum im Landkreis weiterhin schwierig?

Weil jeder Bevölkerungsrückgang die Kommunen vor Probleme stellt, die Versorgungsinfrastruktur aufrechtzuerhalten. Die Herausforderung für den Kreis bleibt es laut Schmidt daher, durch gezielte Maßnahmen in die dörfliche Infrastruktur die ländlichen Räume weiter zu stärken. Mit der Einrichtung des Servicezentrums Regionalentwicklung beispielsweise habe der Kreis bereits auf die Entwicklung reagiert.

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