Wieder Probleme auf dieser Strecke

A7-Baustelle bei Kassel-Nord: Viele ignorieren durchgezogene Linien

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Gefährlich: Manche Pkw-Fahrer ignorieren am Ende der Baustelle die gelben Linien und ziehen nach rechts in die Ausfahrt Kassel-Nord. Den vorgesehenen Fahrstreifen meiden sie wegen der Lkw.

Niestetal / Kaufungen. Drei Monate nach der Sperrung der wegen zahlreicher Unfälle berüchtigten Kurzauffahrt Kassel-Ost (Fahrtrichtung Süden) gibt es in der Lärmschutz-Baustelle der Autobahn 7 erneut Probleme.

Bereits seit Wochen kommt es am Ende der Baustelle kurz vor der Anschlussstelle Kassel-Nord in Fahrtrichtung Norden immer wieder zu brenzligen Situationen.

Der Grund: Manche Pkw-Fahrer, die die Autobahn bei Heiligenrode verlassen wollen, benutzen nicht - wie frühzeitig auf Hinweistafeln angeordnet - den rechten der drei Behelfsfahrstreifen, sondern den mittleren oder den linken. Die Pkw-Fahrer meiden den rechten Fahrstreifen, weil der Verkehr dort wegen der vielen Lastwagen nur langsam fließt oder sogar zum Erliegen kommt.

Um die Ausfahrt Kassel-Nord noch zu erwischen, gehen die ungeduldigen Pkw-Fahrer hohe Risiken ein. Am Ende der Baustelle ziehen sie teilweise über zwei Fahrstreifen nach rechts hinüber - und dass, obwohl durchgezogene gelbe Linien an dieser Stelle einen Wechsel verbieten. Immer wieder, das ergaben auch Beobachtungen der HNA, mussten Autofahrer bremsen, um Unfällen durch die Kamikaze-Aktionen zu entgehen.

Der Polizei ist das Problem bekannt. „Mehrere Autofahrer sind bereits beim verbotenen Überfahren der gelben Linien erwischt worden“, berichtet Polizeisprecher Torsten Werner auf HNA-Anfrage. Der Abschreckungseffekt dürfte sich angesichts eines Ordnungsgeldes von gerade einmal 20 Euro allerdings in Grenzen halten.

Dabei sollten gerade die durchgezogenen Linien die brenzligen Situationen verhindern. Vor einigen Wochen wurden sie daher auf Anordnung der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil sogar noch einmal um einige Meter nach Norden verlängert, wie deren Sprecher Horst Sinemus bestätigt. Besonders eilige Fahrer lassen sich davon allerdings nicht abschrecken. Bei Hessen Mobil denkt man nun darüber nach, wie man die Situation am Ende der Lärmschutz-Baustelle entschärfen kann. Entschieden ist laut Sinemus aber noch nichts.

Eine Option ist: Das Überholverbot für Lkw in Fahrtrichtung Norden könnte vorgezogen werden. Bis dato dürfen die Lkw-Fahrer nämlich bis kurz vor der Baustelle langsamere Brummis überholen. Die überholenden Lastwagen werden wiederum von Personenwagen überholt, die dadurch auf die linke Spur geraten. Wer bei Kassel-Nord abfahren will, gehört dort aber nicht hin.

Einziger Trost: Bislang ist es laut Polizeisprecher Werner noch nicht zu Unfällen gekommen.

Von Peter Ketteritzsch

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