Von der Wiege bis zum Job

Baunataler Bildungskette: Start mit Willkommensangebot für Babys

Tipps, Beratung, Gutschein und Kleinkind-Zahnbürste im Gepack: Roswita Lohrey-Rohrbach (von links) und Olena Volner begrüßen Eltern mit Neugeborenen persönlich. Volner spricht auch russisch. Foto: Dilling

Baunatal. Bisher erhielten die Familien mit Neugeborenen in Baunatal einen Willkommensgruß per Post mit Gutscheinen und nützlichen Tipps. Jetzt kommt das Willkommen für die im Schnitt 200 neuen Baunataler Mitbürger pro Jahr persönlich ins Haus und bietet zugleich maßgeschneiderte Hilfe an.

Roswita Lohrey-Rohrbach, Leiterin der Familienbildungsstätte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Baunatal, und ihre Kollegin Olena Volner melden sich für einen Besuch an, um unter anderem Gutscheine für einen Elternkurs und ein Babyhandtuch vorbeizubringen und zu fragen, ob irgendwo der Schuh drückt.

Mit diesem neuen Betreuungsbaustein, bei dem die Awo Partner ist, hat die Stadt Baunatal ihre Bildungskette vervollständigt, die neue Maßstäbe in der kommunalen Bildungspolitik setzen soll: Familien, Kinder und Jugendliche werden von der Wiege bis zum Einstieg ins Berufsleben begleitet. Alle sollen in jeder Lebenslage auf die Unterstützung der Stadt setzen können, auch abseits staatlicher Förderprogramme und Beratungsstellen.

Das vom Kinder- und Jugendbildungswerk der Stadt und dem Bildungsforum, in dem die Stadt, Vereine und Verbände mitarbeiten, konzipierte Modell soll Lücken füllen, die trotz Kita- und schulische Angebote bleiben.

„Unterstützen wollen wir vor allem an den Schnittstellen, wo Kinder in neue Lebenssituationen kommen“, sagt Frank Grasmeier, Leiter des Baunataler Bildungswerks. Hier setzen die fünf weiteren Bausteine an, die zum Baunataler Bildungskonzept gehören: Ein Leitfaden für die Eingewöhnungsphase im Kindergarten, ein pädagogisches Konzept für die Kitas, die enge Verzahnung von Kindergarten, Grundschule und Projekten des städtischen Spielmobils „Augustine“, die individuelle Unterstützung von Kindern für den Wechsel auf weiterführende Schulen und schließlich das vor Kurzem eingerichtete Übergangsmanagement Schule-Beruf, das Schülern den Einstieg in Ausbildung und Berufsfindung erleichtern soll.

Vielfältiges Angebot

Hinzu kommen die Gebührenfreiheit in den Baunataler Kitas und ein vielfältiges Angebot in den Schulen, von Vereinen und weiteren Institutionen. Insgesamt lasse sich die Stadt das umfassende Bildungsangebot acht Millionen Euro kosten, sagte Bürgermeister Manfred Schaub. Der Stadt sei es gelungen, alle Akteure im Bildungsbereich zusammenzufassen. Letztlich habe sich auch das Staatliche Schulamt von dem Konzept überzeugen lassen.

Lohrey-Rohrbach - wie Volner Sozialpädagogin - hofft, dass sie nun besseren Zugang zu den jungen Familien erhält und diese in die vielfältigen Angebote der Awo frühzeitig einbinden kann. Absagen habe sie noch nicht erhalten.

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