Der 43-jährige Cord Brand ist neuer Förster im Revier Bunte Bock - Gebiet reicht von Nieste bis zur Fulda

Er will andere für den Wald begeistern

Gemeinsam im Revier Bunte Bock unterwegs: Förster Cord Brand und sein Wachtelhund Pollux erkunden den heimischen Wald. Foto: Habich

Nieste / Niestetal. Sein neues Büro täfelt Cord Brand gerade mit Lärchenholz. „Eine Baumart, die in meinem Revier häufig ist, das war mir schon wichtig“, sagt Brand. Seit Anfang des Monats ist er als neuer Förster für die Wälder von Nieste und Niestetal zuständig.

Auf dem Schreibtisch liegen das Magazin „Pro Wald“, eine Broschüre zur „Elsbeere“, dem Baum des Jahres, und die Zeitschrift vom Bund Deutscher Forstleute. Am Computer muss der Förster später noch seine bisherige Arbeit dokumentieren. „Das erinnert mich leider etwas an meine letzte Anstellung“, sagt Brand. Nach einem Studium der Forstwirtschaft und der praktischen Ausbildung zum Förster hat er 17 Jahre lang in der Oberen Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Kassel gearbeitet.

Dann bewarb sich der 43-Jährige um die Stelle als Förster im Revier „Bunte Bock“, das sich zu beiden Seiten seines Wohnortes Nieste erstreckt und bis an die Fulda reicht.

„Ich wollte nach so langer Zeit eine Veränderung“, sagt Brand. „Und hier bin ich jeden Tag draußen.“ Außerdem sei die Arbeit als Förster familienfreundlicher, er könne sich die Zeit für seine zwei Töchter jetzt besser einteilen.

Teile seines Reviers Bunte Bock wird er noch erkunden müssen, andere hat er als Jäger schon öfter durchstreift. Das Jagen von Rehen, Hirschen und Wildschweinen im Sinne der „Wildbestandsregulierung“ gehört auch zu den Aufgaben als Förster, außerdem muss er über den Baumbestand und über die Grundwasserschutzgebiete wachen.

Das Besondere an seinem Revier sei, dass es dort viel Laubwald gibt. Zum Beispiel Eichen. „Viele wissen nicht, dass in Eichen über 600 Insektenarten leben“, schwärmt der Forstwirt. Es gibt auch ein ganz persönliches Vorhaben, das er umsetzen will. „Ich mag sehr gern Libellen und will Plätze schaffen, an denen sie sich ansiedeln können.“

„Ich will, dass die Menschen mehr im Wald sehen als nur das Dunkel hinter dem Haus, in dem man nachts Angst haben muss.“

Förster Cord Brand

Die Naturverbundenheit liegt bei Brand in der Familie: Schon sein Vater hat als Förster gearbeitet, er selbst achtet bei der Erziehung seiner Töchter darauf, ihnen Umweltbewusstsein zu vermitteln. „Manchmal sieht man, dass Kinder einfach ihren Müll in den Wald schmeißen. Denen fehlt einfach jedes Verständnis“, sagt Brand. Als Förster wird er Schulklassen die Natur näherbringen. Der Forstwirt sieht es als Aufgabe seines Berufs, andere für den Wald zu begeistern: „Ich will, dass die Menschen mehr im Wald sehen als nur das Dunkel hinter dem Haus, in dem man nachts Angst haben muss.“

Von Irene Habich

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