Niestetaler Solarfirma erzeugt wachsenden Teil ihres Bedarfs selbst – Strom für 2500 Haushalte

SMA will Energie-Vorbild sein

Norbert

Niestetal / Kassel. Die Niestetaler Firma SMA beliefert den Weltmarkt mit hochwertigen Wechselrichtern. An ihren Produktionsstätten in Nordhessen will die Solarfirma zeigen, dass die Erneuerbaren zur umweltfreundlichen Energieproduktion taugen. Daher wird ein wachsender Teil der benötigten Energie selbst erzeugt.

„Wir gehen mit gutem Beispiel voran“, sagt Norbert Kossmann, bei SMA für das Gebäudemanagement zuständig. Zurzeit produziert die Niestetaler Firma 4000 Megawattstunden (MWh) elektrische Energie aus Solarkraft pro Jahr selbst, genug, um 1000 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen. Ende 2012 sollen es bereits 10 500 MWh an regenerativen Energien sein – das entspricht dem Jahresverbrauch von 2500 Haushalten. Wie groß der Anteil der selbst erzeugten Energie am Gesamtverbrauch der Firma ist, da hält sich das Unternehmen allerdings bedeckt. „Diese Zahlen veröffentlichen wir nicht“, sagt Kossmann.

Bei der eigenen Energieerzeugung setzt SMA nicht nur auf Fotovoltaik, sondern nutzt auch Blockheizkraftwerke, in denen Biogas aus Nordhessen verbrannt wird, sowie Geothermie, die Erdwärme fürs Heizen und Kühlen nutzt.

Ein erklärtes Ziel ist der sparsame Umgang mit Energie. Hier hat SMA bereits Erfolge vorzuweisen. Im Jahr 2010 wurde die neue Wechselrichter-Fabrik an der Dresdener Straße in Kassel von der Deutschen Energie Agentur für ihren sparsamen Energieeinsatz mit dem 1. Preis des Energy Efficiency Award ausgezeichnet.

Den auf zahlreichen Dächern und mit Sonnenbäumen erzeugten Solarstrom speist SMA fast vollständig ins öffentliche Netz ein und erhält dafür die gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung. „Die Fotovoltaik ist ohne die Vergütung noch nicht wirtschaftlich“, erläutert Kossmann.

Die Kritik, SMA profitiere durch die subventionierte Einspeisung von teurem Sonnenstrom und den gleichzeitigen Bezug von billigem Netzstrom, der unter anderem Atomstrom enthält, weist Kossmann zurück. „Wir beziehen ausschließlich zertifizierten Ökostrom“, sagt er. „Dafür sind wir bereit, etwas mehr zu zahlen. Denn es ist uns wichtig, diese Energiesysteme zu unterstützen.“

Zertifizierter Ökostrom

Der Strom für SMA werde von den Kasseler Städtischen Werken und Eon Mitte geliefert. Der Ökostrom stamme aus Wasserkraftwerken in den Alpen und in Skandinavien; er sei TÜV-geprüft, jedes Kraftwerk sei in einem Zertifikat einzeln benannt.

Das Biogas für die Blockheizkraftwerke werde in einer Anlage in Homberg erzeugt, die die Städtischen Werke betreiben. Darüber hinaus will SMA künftig auch in Windstrom investieren. Im Umfeld des Sandershäuser Bergs wollen die Städtischen Werke bis 2013 fünf Windkraftanlagen von je 2,5 Megawatt Leistung errichten. „Wir unterstützen das und beteiligen uns finanziell“, sagt Kossmann.

Auch für eine Fotovoltaikanlage zwischen A  7 und Süd-Erschließung zum Sandershäuser Berg mit zwei Megawatt Spitzenleistung macht sich SMA stark. Sie soll in diesem Jahr auf Gemeindegelände entstehen, SMA wird das Projekt mit Know-how und einer Konzeption unterstützen.

Archivfoto: Schindler

HINTERGRUND STICHWORT

KOMMENTAR

Von Holger Schindler

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.