Altersproblem: Bezirkschef Fred Gieseler fordert mehr Angebote für junge Erwachsene

Awo will jünger werden

Awo in Bewegung: Mitglieder des Ortsverbands Großenritte (vorn links Manfred und Gerlinde Glatter, rechts der Vorsitzende Karl-Heinz Umbach mit Ehefrau Erika) genossen das Frühlingsfest im Lohfeldener Bürgerhaus und schunkelten zur Musik. Fotos: Dilling

Kreis Kassel. Vor Jahren hatte die Arbeiterwohlfahrt Nordhessen (Awo) das ehrgeizige Ziel, ihre Mitgliederzahl deutlich zu erhöhen. Während des Frühlingsfests des Awo-Kreisverbands Kassel-Land am Samstag im Bürgerhaus Lohfelden wurde deutlich, dass der SPD nahe Sozialverband dieses Ziel verfehlt hat und gegen eine Überalterung kämpft.

Die Awo Nordhessen hat laut ihrem Bezirksvorsitzenden Fred Gieseler rund 8000 Mitglieder. „Durch unsere Werbeaktionen gleichen wir die natürlichen Abgänge gerade so aus“, sagte Gieseler vor rund 150 Mitgliedern aus elf der 13 Ortsvereine im Kreisverband. Während das Jugendwerk der Awo gut aufgestellt sei, fehle es an Angeboten für junge Leute ab 30 Jahre. Da müssten die Ortsvereine mehr tun, um diese Altersgruppe für die Arbeit der Awo zu begeistern. „Wir dürfen die Jüngeren nicht aus dem Auge verlieren“, sagte Gieseler.

„Junge Leute ab 30 bieten viel Potential“, bestätigte die Kreisvorsitzende Doris Bischoff (Kaufungen). „Eine Mitgliederüberalterung wäre für uns tödlich“, meinte sie weiter. Der Kreisverband werde künftig intensiver mit dem Jugendwerk zusammenarbeiten, sagte Bischoff.

Die Awo sei mit rund 2000 hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften sowie allein 23 Pflegeheimen einer der größten sozialen Dienstleister in Nordhessen, sagte Gieseler. In gut zwei Jahren würden sechs bis sieben weitere stationäre Einrichtungen eröffnet. Der Kreisverband Kassel-Land hat laut Bischoff 1200 Mitglieder. Man biete unter anderem Tanz- und Singgruppen, Vorträge und Wanderungen an. In Baunatal werde das beliebte Awo-Internet-Café ausgebaut und im neuen Seniorenwohnheim in Niestetal wahrscheinlich eine ähnliche Einrichtung geschaffen.

Festredner Landrat Uwe Schmidt (SPD) erinnerte an die Wurzeln der Awo, die nach dem ersten Weltkrieg aus der SPD heraus entstand. Der Kreisverband sei mit Angeboten von der Wiege bis ins hohe Alter vertreten, sagte Schmidt. Der Awo-Ortsverein Lohfelden sei aus dem sozial-kulturellen Bereich nicht mehr wegzudenken, erklärte Erster Beigeordneter Klaus Steffek (SPD).

Schmidt wie auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck äußerten sich zur Diskussion um den Personalabbau im Kreis. Sparen gehe nur „mit Herz und Verstand“, sagte Gottschalck. Die Kommunen bräuchten mehr Geld für ihre Aufgaben. (pdi)

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