Partei: 150 Stellen beim Kreis könnten abgebaut werden - Forderung nach Nordspange zwischen A 7 und A 44

CDU will Verwaltung stutzen

Kreis Kassel. Wenn es um das politische Personal der Sozialdemokraten geht, kann sich Arno Meißner, Chef der CDU-Kreistagsfraktion aus Fuldabrück, eine spöttische Bemerkung nicht verkneifen.

Die SPD-Kandidaten verkörperten einen repräsentativen Querschnitt der Behörden in der Region, witzelt der Mann, der selbst pensionierter Schulamtsleiter ist. Apropos Behörden: Bei der Landkreisverwaltung und den kreiseigenen Betrieben sieht die von Parteichef Frank Williges (Helsa) angeführte CDU-Bewerberriege für die Kreistagswahl ein erhebliches Sparpotenzial. 100 bis 150 Stellen können dort nach den Berechnungen der Christdemokraten in den nächsten fünf Jahren durch natürliche Fluktuation abgebaut werden. Dass dies funktionieren würde, beweist nach Einschätzung Meißners der Personalabbau nach dem Zusammenschluss von Stadt- und Kreissparkasse zur Kasseler Sparkasse.

Auch in der aktuellen Debatte über die Freizeitheime vertritt die CDU eine klare Position. Angesichts der Tatsache, dass offenbar nicht nur bedürftige Menschen auf Sylt und in Schönau Urlaub machen, müsse über eine Gebührenstaffel nachgedacht werden, die sich am Einkommen orientiere, sagt der Fraktionsvorsitzende. Und stellt sogleich klar: „Wir wollen die Heime nicht verkaufen, wir wollen, dass sie auf gesunde Beine kommen.“

Nägel mit Köpfen will die CDU nach Angaben ihres Spitzenkandidaten Williges beim Thema Integration machen. Die Partei, die mit dem gebürtigen Türken Engin Caliskan (Niestetal) einen Kandidaten mit Migrationshintergrund aufbietet, fordert einen speziellen Kreistagsausschuss. Dieser soll sämtliche Themen, die in dem Parlament behandelt werden, unter dem Integrationsaspekt beleuchten. Beim Thema Verkehr setzt die CDU auf eine bessere Anbindung des Altkreises Hofgeismar und speziell des Flughafens Kassel-Calden über eine Nordspange, also eine Verbindung zwischen den Autobahnen 7 und 44. Dabei sind sich die Christdemokraten des Konfliktstoffs bewusst, den die Trassenführung birgt. Fraktionschef Meißner regt daher an, „auch mal mit den Niedersachsen zu reden“.

Das wichtigste Wahlziel der CDU: Sie will die absolute Mehrheit der SPD im Kreistag knacken. Und dann auch als Kooperationspartner zur Verfügung stehen. „Wir sind bereit, mit allen demokratischen Kräften zu reden“, sagt Meißner. Die Linken zählt er nicht dazu. Große Unbekannte für die Christdemokraten bei der Kreistagswahl, das räumen Williges und Meißner ein, sind die Freien Wähler. Gleichwohl gibt sich das Spitzenpersonal, das mit dem allgemeinen Slogan „Chancen nutzen“ in den Wahlkampf zieht, optimistisch. 35 Prozent der Stimmen, vier Prozentpunkte mehr als 2006, halten sie für wünschenswert und realistisch. KOMMENTAR

Internet: www.cdu-kassel-land.de

Von Peter Ketteritzsch

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