Gelände in Oberkaufungen

DRK will Wiese zu Bauland machen - Anwohner leisten Widerstand

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Um dieses Gelände geht es: Auf der 8000 Quadratmeter großen Wiese am Ortsrand von Oberkaufungen sollen nach dem Willen des Roten Kreuzes bis zu zehn Häuser entstehen. Der Erlös aus dem Verkauf soll in den Umbau der DRK-Gebäude fließen. Foto: Ketteritzsch

Kaufungen. Mit dem Verkauf eines 8000 Quadratmeter großen Grundstücks in Oberkaufungen will das DRK den Um- und Ausbau der Klinik finanzieren. Doch es regt sich Widerstand.

Unter den wenigen Wohnbauflächen, die es in Kaufungen nur noch gibt, wäre es ein echtes Sahnestück: das rund 8000 Quadratmeter (etwas mehr als ein Fußballplatz) große Areal unterhalb der DRK-Klinik in Oberkaufungen. Jahrelang fristete die Südlage, von der der Blick bis zur Stiftskirche reicht, ein Schattendasein. Auf der Wiese weideten Pferde. Doch vor geraumer Zeit hat man beim Verein DRK Heime und Anstalten Bezirk Kassel den Wert des Geländes erkannt. Nicht zuletzt um die Investitionen von rund 20 Millionen Euro in die Klinik und das benachbarte Altenpflegeheim stemmen zu können, will das DRK die 1a-Lage zu Geld machen. „Den Erlös aus dem Verkauf als Bauland benötigen wir dringend als Eigenanteil zur Finanzierung umfangreicher Baumaßnahmen“, sagte Klinik-Geschäftsführer Norbert Schwarzer auf HNA-Anfrage. Als Preis für die acht bis zehn Bauplätze stehen nach HNA-Informationen 140 Euro pro Quadratmeter im Raum.

Ob das DRK das Geld aus einem Verkauf je wird verbuchen können, ist allerdings offen. Nachdem das Kaufunger Gemeindeparlament im März mit überwältigender Mehrheit die Wiederaufnahme des Bebauungsplanverfahrens beschlossen hatte, regt sich gegen die Pläne des DRK Widerstand. Eine Bürgerinitiative (BI) will verhindern, dass das Gelände bebaut wird. Die Anwohner, die vom Naturschutzbund Deutschland unterstützt werden, sehen den Lebensraum geschützter Tiere und Pflanzen wie Fledermäuse, Hirschkäfer, der seltenen Zauneidechse und Orchideen als bedroht an. Außerdem argumentieren sie, dass die Naherholungs- und die Klimaschutzfunktion der Wiese zerstört würden.

In knapp 30 Einwendungen haben die Anwohner ihre Bedenken formuliert - Adressat ist der Zweckverband Raum Kassel (ZRK), der für die Änderung des Flächennutzungsplans zuständig ist. Die BI kann bereits einen ersten Erfolg verbuchen.

Nach Auskunft von ZRK-Geschäftsführer Andreas Güttler werden Flora und Fauna auf dem potenziellen Baugrund nun noch einmal unter die Lupe genommen. Die erste Untersuchung war laut Güttler nicht ausreichend: Die Expertise beschäftigte sich lediglich mit dem Vogelbestand, das Thema Fledermäuse wurde nicht berücksichtigt. Die Folge: Laut Güttler wird es ein neues, erweitertes Gutachten geben. Untersuchungszeitraum und -umfang würden nun definiert. Bis ein Ergebnis präsentiert wird, liegt das baurechtliche Verfahren für das DRK-Gelände auf Eis. „Die Bebauung steht und fällt mit dem Gutachten“, sagte der ZRK-Geschäftsführer. Klinik-Chef Schwarzer spricht von einer Baulücke, die geschlossen werden soll. Er verweist darauf, dass auf der gegenüberliegenden Seite der Straße In der Rose bereits Einfamilienhäuser stehen.

Von Peter Ketteritzsch

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