CDU-Landtagskandidat aus Helsa ist zweiter Nachrücker auf Landesliste – Gremmels (SPD) hält sich bedeckt

Williges darf weiterhin hoffen

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Bald doch Kollegen? Frank Williges (CDU, Mitte) hat die Chance, als Nachrücker nach Wiesbaden zu gehen. Er verlor am Sonntag gegen SPD-Bewerber Timon Gremmels (rechts). Mit auf dem Bild: Williges’ Frau Heike und Landrat Uwe Schmidt (SPD).

Kreis Kassel. Frank Williges musste lange zittern. Um 1 Uhr in der Nacht zu Montag hatte der CDU-Landtagskandidat aus Helsa einen Sitz im Wiesbadener Parlament sicher. Um 2.20 Uhr kam dann die ernüchternde Nachricht: Die FDP ist doch drin und Williges hat es wieder nicht geschafft.

Doch die Chance, irgendwann in den kommenden fünf Jahren doch noch in den Landtag einzuziehen, stehen nicht schlecht: Auf der CDU-Landesliste ist der selbstständige Handwerker nun der zweite Nachrücker. Keine Chance mehr auf ein Mandat hat dagegen Maik Sembowsky aus Hofgeismar, CDU-Bewerber im Wahlkreis Kassel-Land. Mit seinem Ergebnis von 35 Prozent ist Williges zufrieden. Das beste Resultat erzielte der 51-Jährige in seiner Heimatgemeinde Helsa (40,8 Prozent), das schlechteste in Söhrewald (25,8 Prozent). Auf ein Ergebnis ist Williges stolz: In der SPD-Vorzeigekommune Nieste hat er die 30-Prozent-Marke übersprungen (30,7 Prozent). Bei den Zweitstimmen erwies sich Vellmar als CDU-Hochburg (35 Prozent), in Söhrewald erzielte die Partei das schlechteste Ergebnis (22,3 Prozent.

Und wie geht es nun weiter in Wiesbaden? Der Chef der Kreis-CDU macht keinen Hehl daraus, dass er eine große Koalition aus CDU und SPD für das „geringere Übel“ hält.

Timon Gremmels aus Niestetal, der den Wahlkreis für die SPD direkt holte (47,6 Prozent), gibt sich in dieser Frage zugeknöpft. „Wir gucken jetzt mal, wie wir mit dem Ergebnis umgehen“, sagte er. Weil der neue Landtag sich erst am18. Januar 2014 konstituiert, gebe es „keine Eile“. Eine große Koalition könne schwierig werden, so Gremmels. Als einen Knackpunkt nannte der 37-Jährige die Bildungspolitik.

Sein bestes Ergebnis erzielte Gremmels nicht in seiner Heimatgemeinde Niestetal (48,9 Prozent), sondern in Söhrewald, wo der Umweltpolitiker 56,1 Prozent der Stimmen holte. Am schwächsten schnitt Gremmels mit 43 Prozent in Ahnatal ab.

Bei den Zweitstimmen bleibt Nieste die rote Mustergemeinde: Dort wählten 49,5 Prozent SPD. Am schlechtesten schnitten die Genossen mit 38,4 Prozent in Kaufungen ab.

Neben der FDP sind die Grünen die Verlierer der Landtagswahl im Altkreis Kassel. Von 11,8 rutschten sie auf 9,4 Prozent ab. Als grüne Hochburg erwies sich einmal mehr Ahnatal. 12,8 Prozent der Zweitstimmen fuhr die Partei dort ein, und auch für den Direktbewerber Edmund Borschel (Baunatal) war die Gemeinde mit elf Prozent ein gutes Pflaster. Am schlechtesten schnitten die Grünen in Helsa ab (fünf Prozent).

Für Sven Makoschey aus Ahnatal wurde der FDP-Absturz von seinem persönlichen Ergebnis noch unterboten. Kamen die Liberalen bei den Zweitstimmen nur auf 3,2 Prozent, schaffte Makoschey altkreisweit gar nur 1,8 Prozent.

Einen Achtungserfolg konnte Horst Pilgram, Diretkandidat der Linken aus Schauenburg, verbuchen. Er holte 5,6 Prozent der Stimmen und lag damit sogar 0,2 Prozentpunkte über dem Ergebnis seiner Partei.

Für die AfD gab es mit 3,9 Prozent der Zweitstimmen ein bemerkenswertes Ergebnis bei ihrer Wahlpremiere. Die Piraten rangierten mit 1,5 Prozent dagegen unter ferner liefen. HINTERGRUND

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