Gespräche mit Städtischen Werken

Niestetal, Nieste, Kaufungen und Söhrewald planen Windparks

So könnte es aussehen: Bis zu 200 Meter hoch werden die Windkraftanlagen oberhalb von Oberkaufungen in den Himmel ragen. Montage: Gemeinde Nieste

Kreis Kassel. Über die Höhenzüge im Kasseler Osten weht der Wind oft kräftig – und künftig soll er dabei auch jede Menge Strom erzeugen. Niestetal und Söhrewald wollen in Partnerschaft mit den Städtischen Werken Kassel Windparks errichten.

Nieste und Kaufungen haben gemeinsam ähnliche Pläne; und auch bei ihnen könnten die Werke mit ins Boot kommen. Gespräche darüber sind laut Niestes Bürgermeister Edgar Paul (SPD) für Mitte Januar verabredet.

Nieste und Kaufungen streben den Bau von drei Windkraftanlagen unterhalb von Jugendburg Sensenstein und Gut Windhausen an. Per Computersimulation hat Nieste die optischen Auswirkungen der riesigen Anlagen auf die Landschaft darstellen lassen. Ergebnis: Die bis zu 200 Meter hohen Windräder werden nur von Kaufungen aus vollständig zu sehen sein. Von Nieste oder der Königsalm aus gucken höchstens die in 136 Meter Höhe an der Nabe des Mastes hängenden, 48 Meter langen Rotorblätter über die Baumwipfel. Paul: „Die Leidensschwelle liegt in Kaufungen. Die gucken sich die Räder ständig an.“

Bei Kosten zwischen 4,2 und 4,5 Millionen Euro pro Windrad wird mit Investitionen von 15 Millionen Euro gerechnet. Per Bebauungsplan mit Veränderungssperre hat Nieste sich die Flächen für die drei Windräder reserviert, für die es inzwischen laut Paul mehrere Interessenten gibt. Auch ein Investor aus Kaufungen wolle bauen und die Anlagen als Bürgerwindpark GmbH betreiben. Dagegen streben die Kommunen eher eine Genossenschaft als Betreiber an, an der sich Bürger auch mit kleinen Beträgen beteiligen können, erläuterte Paul.

Bereits ein Stück weiter als Nieste und Kaufungen ist die Gemeinde Niestetal, die ebenfalls in der Nähe des Sensensteins fünf Windkraftanlagen errichten will. Vor einem Jahr wurde ein 100 Meter hoher Messmast errichtet, mit dessen Hilfe das Windaufkommen auf der Bergkuppe zwischen Oberkaufungen und Nieste erkundet werden sollte. Die vermutlich bis zu fünf Niestetaler Windräder würden von den Städtischen Werken Kassel gebaut. Nach Auskunft von Werke-Sprecher Ingo Pijanka sind die Messungen inzwischen abgeschlossen, die Ergebnisse würden jetzt ausgewertet. Pijanka rechnet damit, dass das Ergebnis Anfang 2012 vorliegen wird. Erst dann könne über Standort, Größe und Anzahl der Anlagen entschieden werden.

Von Thomas Stier

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.