120 Besucher hörten sich in Wickenrode Argumente der Gegner an

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Ralf Schwendt

Helsa. Bei Helsa und im Kaufunger Wald sind mehrere Windkraftprojekte geplant. Auch auf dem Buchberg und dem Hirschberg könnten sich schon bald Windräder drehen. Dagegen formiert sich nun der Widerstand.

Geschätzte 120 Besucher, darunter Bürgermeister Tilo Küthe und einige Gemeindevertreter, hörten sich am Donnerstagabend in Wickenrode die Argumente der Helsaer Interessengemeinschaft „Lebenswerte Gemeinde Helsa“ gegen Windkraft an. Anwesend waren allerdings auch viele Befürworter der geplanten Windparks.

Ziel der Initiative, in der momentan fünf Mitglieder aktiv sind, ist, den Teilregionalplan mit den ausgewiesenen Vorzugsgebieten für Windenergie zu Fall zu bringen. Man wolle möglichst viele Einwendungen von Bürgern gegen den Plan generieren, sagte Ralf Schwendt, Sprecher der Initiative. Diese unterstützt Windkraftgegner auf vorbereiteten Formularen mit Argumenten, die als Blaupause für individuelle Einsprüche dienen sollen.

Wolfgang Köster

Schwendt zählte auf, welche Nachteile die Wickenröder und Helsaer nach seiner Ansicht von den Windrädern zu erwarten haben. Er rechne mindestens von November bis Februar mit erheblichem Schattenwurf. Die Helsaer müssten ständig mit einem unruhigen Horizont und bei ungünstigem Wind mit dem Lärm der Rotoren leben. Das werde junge Familien abschrecken, ins Dorf zu ziehen. Die Leerstände und der Preisverfall des Grundeigentums seien schon jetzt beachtlich.

Schwendts Mitstreiter Wolfgang Köster sagte, der Buchberg eigne sich überhaupt nicht für Windkraftanlagen. Der Berg sei vom früheren Bergbau ausgehöhlt und instabil. Schließlich führte Schwendt den Tier- und Naturschutz ins Feld. Der Schwarzstorch und auch die Kraniche seien von den Rotoren bedroht.

Den Zuhörer Reinhard Böth aus Kaufungen forderte das zum Widerspruch heraus. „Es ist ein Märchen, dass Vögel in den Windrädern sterben“, sagte er. Er habe an der Nordsee beobachtet, dass Kraniche sogar den Windschatten der Rotoren zum Fliegen nutzten.

Dr. Detlef Ahlborn von der Initiative pro Hirschberg versuchte mit einer Flut von Zahlen zu belegen, dass die Windkraft viel zu teuer und schon physikalisch nicht in der Lage sei, den Strombedarf zu decken. Bei Klaus Weidner aus Kaufungen stieß er dabei auf offene Ohren. Die Republik dürfe nicht mit Windkraftanlagen zugepflastert werden. Bundesweiter Widerstand sei nötig. (pdi)

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