Windpark bei Schauenburg kommt frühestens Ende 2014

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So könnte es werden: Die Fotomontage zeigt das Vorhaben auf dem Lindenberg bei Breitenbach. Die Windräder stehen nach Angaben des Rathauses mindestens 1000 Meter entfernt von den Häusern.

Schauenburg. Während bei Niestetal und Söhrewald die Arbeiten für einen neuen Windpark kürzlich begonnen haben, wird der Aufbau von fünf Rotoren auf dem Lindenberg bei Breitenbach noch etwas dauern.

Markus Andresen, Chef des Investors GP Joule aus dem nordfriesischen Reußenköge, geht von mindestens 15 Monaten aus, bis die Windräder zwischen dem Schauenburger Ortsteil und der Autobahn 44 aufgestellt werden. Die Entscheidung über die Genehmigung trifft letztendlich das Regierungspräsidium Kassel.

Geplant ist ein Windpark mit fünf Windrädern mit einer Nabenhöhe von 140 Metern. Die Rotorspitzen reichen sogar knapp 200 Meter in die Höhe. Während der Planungsphase für die Anlage auf dem Lindenberg sowie für einen zweiten Windpark mit zwei Rädern auf dem benachbarten Saukopf des Langenbergs hatte es heftige Proteste aus der Bevölkerung gegeben. Die Gegner befürchteten Belastungen durch Schall und Verschandelung der Landschaft aufgrund der Größe der Rotoren.

Schließlich entschied sich das Schauenburger Gemeindeparlament für das Vorhaben auf dem Lindenberg und gegen das auf dem Langenberg.

Rund 25 Millionen Euro investiert das norddeutsche Unternehmen laut Andresen in Schauenburg. Die Gemeinde und ein Hoofer Landwirt profitieren langfristig von Pachteinnahmen, weil sie die Flächen für den Windpark zur Verfügung stellen.

Aufgrund eines Fehlers der Planer bei der öffentlichen Auslegung der Unterlagen im Rathaus hat sich das Projekt leicht verzögert. Erneut musste jüngst ein Teil der Pläne vorgelegt werden. Dadurch habe man den Genehmigungsantrag zunächst nicht beim Regierungspräsidium einreichen können, erläutert Markus Andresen. „Das ist aber jetzt erfolgt.“

Nach den Vorgaben des Bundes-Immissionsschutzgesetzes prüft das RP das Vorhaben. Andresen geht davon aus, dass sich das Verfahren mindestens vier bis fünf Monate hinziehen wird. Erst wenn das RP grünes Licht gebe, könne man die Windkraftanlagen beim Hersteller Nordex bestellen. „Die Lieferzeit beträgt dann noch einmal zehn Monate.“ Den Zeitraum für den eigentlichen Aufbau gibt der Experte mit drei bis vier Wochen an.

Standort auf Gasleitung

Zwischenzeitlich hatten besorgte Bürger erneut die Planungen kritisiert. Sie befürchteten, dass ein Standort eines Windrades direkt auf einer am Lindenberg verlaufenden unterirdischen Gasleitung platziert ist.

Dieser Umstand sei bekannt und abgeklärt, sagt Andresen. Im Bereich des Baufensters des Bebauungsplanes habe man diesen Standort um einige Meter verschoben.

Von Sven Kühling

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