Hessische Landgesellschaft will acht Rotoren am Mühlenberg errichten 

Windpark am Sensenstein soll kommen

Niestetal. Die Hessische Landgesellschaft (HLG) will an ihren Plänen festhalten, am Sensenstein zwischen Nieste und Heiligenrode einen Windpark mit bis zu acht Rotoren zu errichten. Das sagte HLG-Prokurist Gero Sczech auf Anfrage der HNA.

Der Standort war im früheren Regionalplan als möglicher Windkraftstandort verzeichnet. Im aktualisierten Regionalplan, der bis zum 15. Mai im Rahmen des Beteiligungsverfahrens öffentlich ausliegt, tauchen die Flächen westlich des Sensensteins rechts und links der Kreisstraße allerdings nicht mehr auf.

„Wir sind trotzdem weiter optimistisch für den Standort“, sagte Sczech. „Der Name ist Programm, das Gebiet heißt ja Windhausen.“ Die HLG wolle ihre Pläne nicht ad acta legen. Man sei im Gespräch mit dem Regierungspräsidium Kassel, wo der Regionalplan bearbeitet wird. Man werde versuchen, die Vorgaben des Landes einzuhalten.

In jüngster Zeit hatte es Kritik an der Haltung der HLG gegeben. Die Argumentation: Es könne nicht sein, dass gerade für die HLG als landeseigener Tochter die neuen strengeren Windvorgaben nicht gelten sollen. Sczech stellt klar: „Wir streben keine Sonderbehandlung an. Wir versuchen, die Vorgaben zu erfüllen, sonst können wir nicht bauen.“ Einen Investor für den Windpark habe man bereits, er sei in einem öffentlichen Interessenbekundungsverfahren ermittelt worden. Um welche Firma es sich handelt, dazu wollte sich der HLG-Sprecher nicht äußern. Die Kasseler Städtischen Werke sind nach eigenem Bekunden hier aber nicht mit im Boot.

Vier Windparks geplant

Im Bereich Niestetal / Sensenstein waren ursprünglich vier Windparks geplant. An einem Standort – an der Schanze oberhalb des Sandershäuser Bergs – wird bereits gebaut, hier errichten die Städtischen Werke Kassel zwei 200 Meter hohe Windräder.

Zwei weitere Windparks wurden dagegen gestrichen. Sie befinden sich am Sensenstein in unmittelbarer Nachbarschaft westlich und östlich des geplanten HLG-Parks: Die Gemeinden Nieste und Kaufungen zogen südlich des Sensensteins die Bremse für einen Standort mit drei Rotoren, die Städtischen Werke verkündeten das Aus für den geplanten Windpark bei Heiligenrode. Grund waren in beiden Fällen die prognostizierten Windgeschwindigkeiten, die die Vorgaben des Landes nicht erfüllten. Diese verlangen eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von mindestens 5,75 Meter pro Sekunde in 140 Meter Höhe.

Windgeschwindigkeit gemessen

„Die Werte wurden nicht erreicht“, sagt Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke Kassel. Die Werke hatten in der Nähe von Gut Windhausen einen Windmessmast betrieben. Zwölf Monate lang wurde hier die Windgeschwindigkeit in bis zu 100 Meter Höhe gemessen. Ergebnis: Ein wirtschaftlicher Betrieb ist hier nicht möglich. Die genauen Messwerte will Pijanka aber nicht nennen.

Ausreichend stark bläst der Wind dagegen ganz in der Nähe auf den Kuppen des Mühlenbergs und des Sensensteins. Ob hier ein Windpark platziert werden soll, wird sich vermutlich erst mit der Verabschiedung des Regionalplans im Herbst zeigen. Foto: dpa

Informationen: Eine Windkarte für den Landkreis Kassel ist unter http://zu.hna.de/Wind1004 im Internet verfügbar.

Weitere Infos auf www. rp-kassel.de

Von Holger Schindler

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