Neue Standorte im Landkreis Kassel werden geprüft – Bürger sollen an Planungen beteiligt werden

Windräder bald auch im Wald

Über den Wipfeln der Bäume: Künftig soll auch in Waldgebieten Windstrom erzeugt werden. Die Windräder werden die Bäume weit überragen. Archivfoto: dpa

Kreis Kassel. Die Energiewende ist auch im Raum Kassel in Sicht: Bereits in 15 Jahren könnte die Energie zu 70 bis 80 Prozent aus erneuerbaren und dezentralen Quellen erzeugt werden. Windkraft wird dabei eine große Rolle spielen.

Erstmals in der Region sollen Windräder auch in Waldgebieten errichtet werden. An optisch herausragenden Orten wie dem Herkules, dem Dörnberg oder dem Hohen Meißner sollen allerdings keine Windräder gebaut werden. Das bestätigte Wolfgang Kaivers, Leiter der Regionalplanung im Regierungspräsidium (RP) Kassel, im Gespräch mit der HNA. Denn wichtig sei die Akzeptanz der Windräder in der Bevölkerung.

Video aus dem Archiv

Im Frühjahr 2012 will das RP einen Entwurf mit möglichen Windkraft-Standorten veröffentlichen, Ende 2012 könnte die Regionalversammlung darüber entscheiden. Am Ende soll eine Karte stehen, wo Kommunen und potenzielle Investoren leicht ersehen können, wo sich gute Windstandorte befinden.

Bereits am Donnerstag,1. September, wird der Kreistag über die Windkraft diskutieren, ein Konzept für den Ausbau der Windenergie im Landkreis soll erarbeitet werden.

„Wir sind uns sicher, dass die Akzeptanz der Bevölkerung steigen wird, wenn es ihr Windrad ist, das sich am Ortsrand dreht.“

Timon Gremmels (SPD)

„Wir brauchen eine deutliche Steigerung der Windkraft“, sagt der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Timon Gremmels. Um Wildwuchs zu vermeiden, müssten sich die Kommunen abstimmen. Die SPD möchte die Windkraft im Landkreis unter Beteiligung der Bürger ausbauen. „Wir sind uns sicher, dass die Akzeptanz der Bevölkerung steigen wird, wenn es ihr Windrad ist, das sich am Ortsrand dreht“, meint Gremmels.

Als mögliche Partner sehen die Sozialdemokraten neben den Kommunen die Städtischen Werke Kassel, die Stadtwerke Wolfhagen und den Zweckverband Raum Kassel.

Die CDU-Fraktion kritisiert die Beschränkung auf diese Partner. Es sei „völlig unverständlich“, so Fraktionschef Frank Williges, dass die SPD zwar in 24 Kommunen des Landkreises gemeinsam mit Eon Mitte die Stromnetze übernehmen wolle, bei der Erarbeitung eines Energiekonzepts den Stromversorger aber außen vor lasse.

Auch der Zweckverband Raum Kassel (ZRK) beschäftigt sich mit dem Thema Windkraft. Der Vorstand – in ihm sind unter anderem Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Landrat Uwe Schmidt (beide SPD) vertreten – schlägt der Verbandsversammlung am 21. September einstimmig einen Grundsatzbeschluss zur Windenergie vor. Darin heißt es, der ZRK unterstütze „die Errichtung von Windenergieanlagen in besonderem Maße“. Eine enge Zusammenarbeit mit den Städtischen Werken und der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) solle angestrebt werden. Dies sollten „aber nicht die einzigen Akteure sein“, sagt ZRK-Geschäftsführer Andreas Güttler. Geplant sind seitens des ZRK eine Studie zum Energieverbrauch, über vorhandene erneuerbare Energien und das Potenzial für weitere Anlagen, geeignete Standorte und ein Konzept zur Bürgerbeteiligung in den jeweiligen Kommunen. STICHWORT HINTERGRUND

Von Holger Schindler

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