Bedenken laut Bürgermeisterin unbegründet

Windräder als Gefahr für Welterbe?

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So könnte es aussehen: Die Fotomontage zeigt die Windräder auf dem Lindenberg bei Breitenbach. Der Denkmalschutz befürchtet, dass Windräder bei Schauenburg den Blick auf den Herkules beeinträchtigen könnten.

Schauenburg. Gefährden hohe Windräder auf dem Gebiet der Gemeinde Schauenburg den Titel Welterbe für den Bergpark samt Herkules? Ein Beratergremium der Unesco hatte jetzt diese Befürchtung nach einer Tagung in Kassel geäußert.

Schauenburgs Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) hält die Bedenken für absolut unbegründet. „Ich kann mir das nicht vorstellen“, sagt sie.

Gimmler und Bauamtsleiter Jochen Ickler verweisen auf die sehr aufwendigen Verfahren, die Teil des Bebauungsplanes für die einzige geplante Windkraftanlage auf dem Lindenberg bei Schauenburg-Breitenbach sind. Aus der Topografie und aus den Höhen der Anlagen sei erkennbar, „dass vom Standort unseres Weltkulturerbes Bergpark und Herkules keine Sichtbeziehungen zu beziehungsweise von den Anlagen bestehen“, erläutert Ickler.

An diesen Verfahren seien die Denkmalbehörden bereits beteiligt gewesen, so Ickler. Jüngst seien die Sichtbeziehungen noch einmal bei einer sogenannten Vollständigkeitsprüfung im Antragsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz im Juli 2013 mit dem Landesamt für Denkmalpflege geklärt worden.

Hessens oberster Denkmalschützer Professor Gerd Weiß jedenfalls hatte nach der Tagung von einer konkreten Gefährdung gesprochen, die von Kassels Nachbargemeinde ausgehe, die Flächen für neue Windräder ausweisen wolle.

Schauenburgs Bauamtschef präsentiert als Ergänzung zu der Argumentation des Rathauses eine Karte, die die Sichtbeziehungen zu dem Windpark und den umliegenden Gemarkungen aufzeigt. Von den Stadtteilen Harleshausen, Kirchditmold, Bad Wilhelmshöhe und Brasselsberg beispielsweise kann man die Rotoren überhaupt nicht sehen. Und erst recht aus dem Bergpark gibt es keine Sichtverbindung, weil das Gelände viel zu stark ansteigt.

So ist der Stand

Das ist der aktuelle Stand der Windkraftplanung der Gemeinde Schauenburg: Vorgesehen sind fünf Windräder auf dem Lindenberg bei Breitenbach. Die Firma GP Joule aus dem nordfriesischen Reußenköge will 25 Millionen Euro in die Anlage nahe der Autobahn 44 investieren. Die Windräder sollen einen Nabenhöhe von 140 Metern haben. Die Rotorblätter ragen bis zu 200 Meter in den Himmel.

Auch Markus Andresen, Chef des Investors GP Joule, deutet auf die Verfahren im Bebauungsplan. „Dort wurde eine Sichtachsenanalyse gemacht“, bestätigt er. An allen Verfahrensschritten seien auch die Denkmalbehörden beteiligt gewesen.

Marcus Andresen geht von der Genehmigung der Anlage Ende 2013 aus, Baubeginn auf dem Lindenberg soll im Herbst 2014 sein.

Von Sven Kühling

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