Windstrom kommt vom Sensenstein

Windpark: Anlagen wie diese im Wolfhager Land sind inzwischen zu einem gewohnten Bild in der Region geworden. Auch am Sensenstein sollen nun Windräder aufgestellt werden. Dort sind die bebauten Gebiete allerdings viel weiter entfernt. Archivfoto: N. Müller

Nieste. Am Sensenstein sollen schon bald große Windräder Strom erzeugen. Im Rathaus in Nieste, bei der Hessischen Landgesellschaft (HLG) und im Landratsamt Kassel laufen bereits die Vorbereitungen dazu.

„Wir wollen schnell Baurecht schaffen“, sagt Niestes Bürgermeister Edgar Paul (SPD). Das ins Auge gefasste Areal liegt teilweise auf Niester Gemarkung, noch im Sommer will die Gemeinde den Flächennutzungsplan entsprechend ändern. Selbst investieren will Nieste nicht, dafür fehlt das Geld in der Gemeindekasse. Aber die gemeindeeigenen Flächen würde man langfristig an einen Betreiber verpachten.

„Nach Japan müssen wir zwingend etwas tun“, sagt Paul. Vor dem Hintergrund der Atomkatastrophe könne man die Menschen leichter als bisher für derartige Projekte gewinnen.

Die Pläne für einen Windpark am Sensenstein sind nicht neu. Bereits vor zehn Jahren hatte das Land den Standort als Ersatz für zwölf Windräder ausgewiesen, die wegen des Flughafenneubaus in Calden abgebaut werden müssen. Damals waren laut Paul vier Fünf-Megawatt-Anlagen mit 180 Meter Gesamthöhe im Gespräch. Getan hat sich seither nichts.

Doch nun scheint es voranzugehen. Auch die Hessische Landgesellschaft (HLG) steht in den Startlöchern. Auf einer 100 Hektar großen Fläche der Staatsdomäne Windhausen (zu beiden Seiten der Eichen-Allee zwischen Heiligenrode und Sensenstein) soll ein Windpark entstehen. Die HLG bereitet für den Sommer eine Ausschreibung vor, zu der potenzielle Betreiber eingeladen werden. Die Flächen sollen laut HLG-Prokurist Gero Sczech in Landesbesitz bleiben und für den Windpark verpachtet werden. Bei der Planung stimme man sich eng mit den betroffenen Kommunen und dem Landkreis Kassel ab, sagt er.

Bei der Ausschreibung werden auch die Städtischen Werke (Kassel) ihr Interesse bekunden. „Wir werden uns selbstverständlich an einer Ausschreibung beteiligen“, sagte Werke-Sprecher Ingo Pijanka auf Anfrage. Der Standort sei attraktiv, außerdem liege er in direkter Nachbarschaft zu einem weiteren Windpark-Standort bei Heiligenrode, wo die Werke zurzeit durch Windmessungen die Voraussetzungen für den Bau ihres ersten Windparks schaffen. „Das ließe sich gut gemeinsam erschließen“, meint Pijanka. Der Landkreis Kassel unterstützt die verschiedenen Windpark-Pläne und will sich darüber hinaus auch selbst engagieren. „Wir wollen hier auf jeden Fall etwas machen“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn.

Der Kreis verfüge über ein passendes Grundstück an der Buswendeschleife gegenüber der Einfahrt zum Sensenstein, dort könnten zwei Windräder errichtet werden. Betreiber wäre die kreiseigene Planungs- und Betriebsgesellschaft. „Das wäre für uns finanzierbar“, sagt der Kreissprecher.

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