Nach dem Stadtfest: Interview mit Veranstalter Koppelin zu Kritik an Angebot und Preisen

Karsten Koppelin Archivfoto: Koch

Baunatal. 70 000 Menschen, so wird geschätzt, feierten am vergangenen langen Wochenende vergnügt Stadtfest in Baunatal. Aber nicht alle Besucher zeigten sich rundherum zufrieden. Einige kritisieren: zu viele Bekleidungsstände, drangvolle Enge, zu wenige Toiletten, zu hohe Preise auf dem Rummelplatz.

Wir sprachen darüber mit Karsten Koppelin, der mit seiner Veranstaltungsfirma für Stände, Vergnügungspark und Musikprogramm des Stadtfestes verantwortlich ist.

Herr Koppelin, warum gab es so viele Stände mit Bekleidung, Lederwaren und anderen Utensilien?

Karsten Koppelin: Wir brauchen einfach das Standgeld, weil das Musikprogramm sonst nicht finanzierbar wäre. Auch die Energieversorgung wäre kaum zu bezahlen. Es sei denn, wir hätten noch weitere Sponsoren. Aber die sind nicht in Sicht. Und die Stadt kann nicht mehr Steuergeld ausgeben.

Wir benötigen diese Stände auch für die Anbindung des Weindorfes durch den schmalen Durchgang zwischen Fußgängerzone und Eon-Gebäude. Die sind unheimlich schnell wegräumbar und werden deshalb als einzige von der Feuerwehr akzeptiert.

Aber passen solche Stände überhaupt zum Stadtfest?

Koppelin: Die machen Umsatz! Sie haben also ihre Kundschaft unter den Festbesuchern.

Was bringen die Stände ein?

Koppelin: Die Einnahmen an Standgeldern liegen zwischen 4000 und 5000 Euro.

Wie viele solcher Stände gab es?

Koppelin: Wir hatten zehn Betreiber mit drei bis acht Metern Standlänge, insgesamt etwa 55 Meter.

Einige Gäste bemängelten auch die zeitweise drangvolle Enge auf der Festmeile. Ein Vorschlag lautet deshalb: Die sowieso gesperrte Friedrich-Ebert-Allee ins Stadtfest einbeziehen.

Koppelin: Ich hätte nichts dagegen. Hauptsache, es entstehen Laufwege und der Umsatz in dem Bereich stimmt. Aber über solche Änderungen müssen die Stadt und die Polizei entscheiden.

Es gab auch die Klage, die Toiletten reichten nicht aus.

Koppelin: Das kann ich nicht nachvollziehen. Es waren keine Schlangen vor Toiletten zu beobachten. Es gab etwa 30 WCs in öffentlichen Gebäuden und extra angemieteten Containern. Außerdem haben alle Gastronomiebetriebe in der Innenstadt erlaubt, ihre Toiletten zu benutzen.

Ein weiterer Kritikpunkt lautete: Zu hohe Preise im Vergnügungspark.

Koppelin: Darauf haben wir keinen Einfluss, die Preise legen die Betreiber fest. Man sollte allerdings bedenken, dass die rasantesten Fahrgeschäfte zwei bis drei Millionen Euro in der Anschaffung kosten, da ist der Strom für den Betrieb noch nicht drin. Die Betreiber müssen also auf ihre Kosten kommen. Andererseits wollen die Besucher immer größere Attraktionen.

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