CDU will mehr Betreuung vor Ort – Konzept bleibt bestehen

Streit über die Jugendarbeit: „Wir haben hier keinen Vandalismus“

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Ehrenamtliche Vorstände: Die Verantwortlichen der drei Fuldabrücker Jugendclubs wurden zu Gruppenleitern in der offenen Jugendarbeit ausgebildet.

Fuldabrück. Mit einem Initiativantrag löste die CDU im Kommunalparlament einen Meinungsstreit über die Jugendarbeit in der Gemeinde Fuldabrück aus.

Gestützt auf die Vandalismus-Vorfälle auf einem Kinderspielplatz in Dörnhagen verlangten ihre Sprecher, ein neues Konzept für die Jugendpflege vorzulegen, in dem das Prinzip der aufsuchenden Jugendarbeit mehr als bisher in den Vordergrund gestellt werde.

Der parlamentarische Vorstoß der Christdemokraten wurde von den Grünen unterstützt, scheiterte aber an der SPD-Mehrheit.

„Heile Welt ist Bullerbü, aber nicht Fuldabrück“, sagte Anna-Maria Schölch (CDU). Passanten hätten auf dem Spielplatz in Dörnhagen regelmäßig rauchende und trinkende Jugendliche angetroffen. An solchen Treffpunkten sollte die Arbeit der kommunalen Jugendpflege künftig ansetzen, so die Sprecherin der CDU.

Die Sozialdemokraten sehen keinen Handlungsbedarf für eine Änderung des Jugendpflegekonzepts. Es sei richtig, die Jugendlichen weiterhin in Jugendclubs an den Entscheidungsprozessen zu beteiligen und sie für bestimmte Projekte zu gewinnen, sagte Gemeindevertreter Hans Stäbe (SPD). „Immer werden Jugendliche für Vorfälle verantwortlich gemacht“, so der SPD-Sprecher. Das sei nicht in Ordnung.

Stäbe sagte außerdem, dass die Gemeinde Fuldabrück von der Polizei in diesem Punkt als unauffällig eingestuft werde. Grünen-Sprecher Bernd Brede plädierte für ein erweitertes Jugendpflegekonzept, das die Arbeit an sogenannten Brennpunkten einbeziehen müsse. Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD): „Wir haben hier keinen Vandalismus und keine Gruppen, die im Augenblick Stress machen.“

Orte mit Wodkaflaschen

Er halte den Einsatz von Streetworkern deshalb für nicht notwendig, sagte der Verwaltungschef. Arno Meißner (CDU) war ganz anderer Meinung: Er habe Orte „mit Wodkaflaschen und anderen Überresten“ in der Gemeinde ausgemacht, wo sich Jugendliche treffen, die die Jugendclubs der kommunalen Jugendpflege offenkundig nicht nutzen, sagte der Gemeindevertreter.

Der Antrag der CDU wurde schließlich mit den Stimmen der SPD abgelehnt. Rudolf Zeidler (Die Linke) enthielt sich der Stimme.

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