Unternehmer aus Vellmar und Fuldatal sehen im Internet Mitbewerber, aber keinen Konkurrenten

„Wir machen einfach mit“

Vellmar / Fuldatal. Für Manuel Spier ist klar: Um das Internet wird man nicht drum herumkommen. Deshalb stand für ihn schnell fest: „Wir machen einfach mit.“ Anstatt gegen Amazon und Co. zu kämpfen, lässt er sich auf sie ein, ohne sein Hauptgeschäft aus den Augen zu verlieren: seinen Betrieb Benderoth mit Sitz in Vellmar. „Der hat oberste Priorität.“

„Das ist ein Kampf mit ungleichen Mitteln.“

Klaus Kompenhans, Unternehmer

Gleiches gilt auch für Klaus und Georg Kompenhans aus Fuldatal-Ihringshausen. Die Brüder verkaufen dort Schuhe jeglicher Art, haben zudem weitere Standorte in Kassel. „Ich sehe die Konkurrenz namens Internet gelassen“, sagt Klaus Kompenhans. Natürlich beobachte er den digitalen Markt, Sorgen um seine Geschäfte mache er sich aber nicht: „Das ist ein Kampf mit ungleichen Mitteln.“ Und so beruft er sich auf die Fähigkeiten, die kein Online-Shop wie Zalando erreichen kann: die kompetente Fachberatung seiner Mitarbeiter, den Schuh in 3D: „Der Schuh ist ein Produkt, den die Menschen noch anfassen wollen.“

Mit Rutsche punkten

Das ist bei den Waren von Manuel Spier anders. Er verkauft Spielzeug, Puppen und alles, was Kinder auf ihrem Wunschzettel nicht nur zu Weihnachten stehen haben. „Solche Sachen lassen sich problemlos im Internet bestellen.“ Damit ihm die Kunden nicht abwandern, hat er sich zweierlei einfallen lassen: Zum einen soll man sich demnächst auch über die Internetseite des Unternehmens ausgewählte Artikel bestellen können, zum anderen bietet der 35-Jährige in seinen Geschäftsräumen Unterhaltung an: „Einige Spielsachen können hier schon ausprobiert werden, zudem gibt es eine Rutsche.“

Klaus und Georg Kompenhans wollen mit was anderem punkten: Sie haben sich auf Schuhe für einen gesunden Fuß spezialisiert. „Vorher hatten wir ein klassisches Sortiment, jetzt bieten wir zum Beispiel Schuhe mit losen Einlagen an“, erklärt der 50-jährige Klaus Kompenhans. Dafür werde der Fuß gescannt, was die „neuen Mitbewerber aus dem Netz nicht leisten können“. Sicherlich gebe es einen Internetauftritt, dort kann man jedoch keine Schuhe bestellen.

Beratungsintensive Waren

Auch Manuel Spier, seit fast zwei Jahren Inhaber von Benderoth, verkauft nicht alles im Netz. „Neben den Spielwaren bieten wir auch Gartenmöbel an, die lassen sich schlecht verschicken.“ Zudem sei so der volle Service garantiert: Habe jemand im Nachhinein ein Problem mit dem Produkt, müsse es nicht erst in einem sperrigen Paket weggeschickt werden: „Wir holen das dann ab“, sagt Spier. Zudem bietet er ein bei Männern sehr begehrtes Produkt an: Weber-Grills. „Die sind so beratungsintensiv, dass man die besser vor Ort als im Internet kauft.“

Diskutieren Sie mit auf www.hna.de: Kaufen Sie lieber im Internet ein oder bevorzugen Sie den stationären Handel?

• http://www.benderoth.de/

• http://www.laufgut-kompenhans.de/

Von Constanze Wüstefeld

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