Karnevalisten und Sportler des Ortsteils sind von der Schließung der Turnhalle in Rothwesten betroffen

„Wir müssen improvisieren“

Ausweichstätte: Die Aktivengarde des Rothwestener Carnevalsvereins (RCV) mit vorn von links Saskia Kessler, Anna Ulloth und Sabina Boland trainiert unter den Augen von Trainerin Martina Schlicker (vorn rechts) im Fuldataler Forum, weil die Sporthalle Rothwesten nicht zur Verfügung steht. Gruppen des RCV üben im Forum an vier Abenden in der Woche. Foto: Schräer

Fuldatal. Die Bedingungen sind zwar nicht optimal. Der Boden im Fuldataler Forum federe nicht und sei daher für Akrobatik ungeeignet. Aber Martina Schlicker ist froh, dass sie mit ihrer Seniorengarde überhaupt einen Trainingsraum hat.

„Wir müssen improvisieren“, sagt die Trainerin des Rothwestener Carnevalsvereins (RCV). Wie alle, die sonst die Sporthalle Rothwesten nutzen.

Die ist gesperrt, nachdem vor gut einem Monat zumindest in Teilen Asbestwerte festgestellt wurden, die über dem zulässigen Grenzwert liegen. Aus Räumen im Erdgeschoss ohne Asbestbefund holten die Karnevalisten vorher noch ihre Kostüme und die Gemeinde Tische und Bänke. Die waren bereits in der Halle gelagert für die Prunksitzung der Narren.

Diese sollte eigentlich am 28. Januar über die Bühne gehen. „Der Termin ließ sich nicht halten“, sagt RCV-Vorsitzender Oliver Kessler. Ganz ausfallen sollte der Karneval aber nicht, die zwölf Gruppen „haben so schöne Tänze einstudiert und Kostüme gemacht“. Jetzt sollen alle Veranstaltungen am Wochenende vor Rosenmontag (20. Februar) steigen, dank der Hilfe durch Gemeinde und Landkreis in der Sporthalle Simmershausen.

Dorthin sind auch Sportler des TV Rothwesten ausgewichen. Durch die Unterstützung anderer Vereine und der Gemeinde „sind wir nicht im Regen stehen geblieben“, betont der Vorsitzende Ingo Kersten. Nicht nur in der Simmershäuser Halle seien für die Rothwestener Freiräume geschaffen worden. Auch in der Mehrzweckhalle Ihringshausen, im Dorfgemeinschaftshaus, im Haus der Vereine und in der Halle der Bundespolizei könnten Sportler trainieren.

180 bis 200 Aktive des TV seien von der Schließung der Halle als Spielstätte oder als Dusch- und Umkleidemöglichkeit betroffen, sagt Kersten. Tischtennis-Spieler, die Frauengymnastik, das Kinderturnen, die Nordic Walker oder die Fußballer.

Und auch die Jugendspielgemeinschaft der Kicker sollte mit sieben Mannschaften über Winter die Halle nutzen. Nicht alle konnten andernorts unterkommen. „Die A-Jugend bleibt komplett draußen“, räumt Kersten ein.

Der TV-Vorsitzende hofft, dass das Gebäude möglichst kurz geschlossen bleibt. Ab Februar habe die Gemeinde versprochen, Dusch- und Umkleide-Container sowie Toiletten aufzustellen. Dann beginne die Vorbereitung der Fußballer. Kersten: „Wir gehen davon aus, dass das klappt. Damit können wir dann gut leben.“ DAS SAGT...

Von Michael Schräer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.