Jugendliche aus Helsa organisierten Info-Abend zum Thema Alkoholmissbrauch

„Wir sind doch nicht blöd!“

Sind aufgeklärt: Gemeinsam mit Jugendarbeiter Markus Ludwig (Vabia-Vellmar, zweiter von rechts) recherchierten zehn Jugendliche der Gemeinde Helsa über Suchtgefahren. Fotos:  Grigoriadou

Helsa. Drogenmissbrauch, enormer Alkoholkonsum und andere körperliche Abhängigkeiten. Themen, die erschrecken, aber zum tagtäglichen Leben dazugehören. „Komasaufen? - Wir sind doch nicht blöd!“ hieß es bei zehn Jugendlichen der Gemeinde Helsa. Gemeinsam mit Jugendarbeiter Markus Ludwig (Vabia-Vellmar) organisierten sie einen Info-Abend, bei dem das Projekt vorgestellt wurde.

Präsentation und Vortrag

Zwei Tage haben sich die jungen Frauen und Männer mit Alkohol, Alkoholkonsum und Alkoholmissbrauch beschäftigt. „Es braucht ungefähr zehn Stunden, um 1,0 Promille abzubauen“, sagt Dennis Stanik. Der 16-Jährige kommt aus Eschenstruth und hat mit Marvin Speck (16) und Marcel Möller (16) einiges über das Thema Alkohol recherchiert.

Bevor sich die Besucher im Rathaus die Präsentation genau anschauten, hielt Helmut Frömmel, stellvertretender Klinikdirektor und leitender Arzt des Suchtbereichs Vitos Kurhessen sowie ärztlicher Direktor der Blaukreuz Klinik, einen Vortrag.

Was ist Sucht? Wie und wo wirkt Alkohol? Ist eine Sucht genetisch bedingt? Warum vertragen manche Menschen mehr Alkohol als andere? Diese Fragen wurden unter anderem von Helmut Frömmel genau beleuchtet.

Wie lange beschäftigt sich eigentlich ein Allgemeinmediziner während seines gesamten Studiums mit dem Thema Sucht? „Vier Stunden“, mutmaßen die Besucher. Frömmel lacht: „Genau 30 Minuten geht es um Sucht. Mehr nicht. Und dieser Hausarzt soll dann Sucht-Patienten beraten und verständnisvoll sowie motivierend sein?“

Schon sehr früh werden Kinder unter Druck gesetzt. „Nehmen wir zum Beispiel die Schule. Mein Sohn gehört zu den G8-Kandidaten. Das kann doch nicht spurlos an einem Kind vorbeigehen.“

Edith Müller, Kindergärtnerin in Eschenstruth, ist besorgt: „Was die Kindergartenkinder heutzutage alles leisten müssen, ist unglaublich. Englisch, Klavier, Tanzen, Reiten und Ballett müssen schon früh gelernt werden. Wo bleibt da Zeit fürs Spielen?“

Auch Hausärztin Elisabeth Speck aus Hess. Lichtenau ist der Meinung, dass der enorme Zeitdruck und die Schnelllebigkeit ein großes Problem sind: „Ich habe das Gefühl, dass wir menschlich nicht mehr hinterherkommen.“ (pgr)

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