Bürgerversammlung in Schauenburg: Viele Fragen zu Projekt am Lindenberg

Wirbel um Windkraft

Michael Kimm

Schauenburg. Für Wirbel sorgte erneut der geplante Windpark auf dem Lindenberg. In der jüngsten Bürgerversammlung kritisierten zahlreiche Bürger den Bau der fünf Rotoren nahe der A44. Die Entscheidung dafür ist aber längst gefallen. Schon Anfang des Jahres hatte das Kasseler Regierungspräsidium den Bau genehmigt.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand der Investor des Windparks, GP Joule. So verwies zum Beispiel Jürgen Bertling darauf, dass die Firma aus zahlreichen Kleinstgesellschaften bestehe. Das sei unter anderem ein Punkt, der bei ihm „Magengrummeln“ verursache. Bürgermeisterin Ursula Gimmler versuchte jedoch, die Bedenken um die Zusammenarbeit mit der Firma zu zerstreuen: „GP Joule gründet extra Kleinstfirmen in den Orten ihrer Windparks, damit sie den Kommunen eine hundertprozentige Einnahme der Gewerbesteuer garantieren können“, argumentierte sie. Diese soll bei einer Summe von insgesamt 1,5 bis 1,7 Millionen Euro in 20 Jahren liegen.

„Wer investiert?“

Wer in Zukunft in den Windpark investieren soll, interessierte unter anderem Martina Haselroth. „Sobald die Zahlen zur Wirtschaftlichkeit der Anlage vorliegen, werden wir entscheiden, ob die Gemeinde einen Anteil des Windparks erwirbt“, erläuterte Gimmler. Eine Bürgerbeteiligung könne man sich ebenfalls vorstellen. Aber Dieter Hinske warnte vor einer solchen Investition: „Jeder sollte sich genau überlegen, ob er da Geld anlegt. Man legt es für 20 Jahre fest und die Rendite kommt erst in den letzten drei Jahren“, sagte er.

Neben der Windkraft interessierten Michael Kimm auch andere Themen. So warf er die Frage auf, warum man die Feuerwehren nicht zusammenlege, um Kosten zu sparen. „Die Feuerwehr muss in zehn Minuten am Einsatzort sein“, sagte Gimmler. Sie könne sich in Schauenburg keinen Ort vorstellen, von dem aus man alle Ortsteile in der vorgegebenen Zeit erreichen könne. Hohe Kosten stellte sie dem Vorschlag ebenfalls gegenüber. So habe die Errichtung einer Zentrale in Lohfelden 4,5 Millionen Euro gekostet.

Ob man den Gemeindehaushalt zu Lasten der Schwächsten sanieren wolle, fragte Kimm ebenfalls und verwies auf die Erhöhung der Kindergartengebühren. Gimmler bat jedoch um Verständnis. 2,6 Millionen betrage der Kostenblock im Betreuungssektor. Lediglich 20 Prozent davon würde man, inklusive der stufenweise Erhöhungen, auf die Eltern umlegen. „Das ist ein geringer Anteil“, meinte Gimmler. Fotos: C. Hartung

Von Carolin Hartung

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