Andere Kommunen winken ab

Keine Mehrheit für Kaufungen-Helsa: Wird Ämter-Hochzeit jetzt abgesagt?

+
Längst noch nicht unter Dach und Fach: Die angestrebte Verwaltungsgemeinschaft zwischen Kaufungen und Helsa könnte auf der Strecke bleiben. Vorbehalte gibt es vor allem aus Kaufunger Reihen.

Kaufungen / Helsa. Im Juli dieses Jahres wurde das Aufgebot bestellt, doch ob es tatsächlich irgendwann zu der von der SPD gewünschten Verwaltungs-Ehe zwischen den Gemeinden Kaufungen und Helsa kommt, ist offen. Der Grund:

In Kaufungen, dem größeren und finanziell besser gestellten Partner, hält sich die Begeisterung für eine derartige Verbindung in Grenzen.

Obwohl die Sozialdemokraten ihre eindeutige Forderung nach Bildung einer sogenannte Verwaltungsgemeinschaft abgemildert haben (inzwischen soll nur noch geprüft werden, ob eine solche Verbindung möglich ist), kommt vor allem von den Kaufunger Christdemokraten Widerstand gegen die Liaison.

In der jüngsten Parlamentssitzung nannte Fraktionschef Erwin Schmidt die Nachbargemeinde Helsa den „falschen Partner“. Er frage sich, was die SPD dazu bewogen habe, sich die ärmste unter den möglichen Gemeinden zu erwählen. Die bisherigen Annäherungsversuche bezeichnete Schmidt als wenig Erfolg versprechend. Als Beispiele nannte er die vor zehn Jahren entwickelte, aber nie verwirklichte Idee eines gemeinsamen Bauhofes und das inzwischen geschlossene, lange Jahre von Kaufungen mitfinanzierte Freibad.

Schmidt fielen denn auch gleich vermeintlich attraktivere Partner ein, mit denen zusammen die Verwaltung von Kaufungen effizienter und billiger werden könnte. „Was ist mit Niestetal und Nieste?“, fragte Schmidt in Richtung der Genossen.

Die Antwort aus Nieste lieferte Bürgermeister Edgar Paul (SPD) postwendend am Samstag in der HNA. In einer Verwaltungsgemeinschaft wäre die 2000-Einwohner-Gemeinde nur das fünfte Rad am Wagen, ließ er die Kaufunger wissen. Auch in Niestetal sieht man gegenwärtig keinen Bedarf für eine Verwaltungsgemeinschaft mit Kaufungen, sagte Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) am Montag auf HNA-Anfrage. Eine Zusammenarbeit „drängt sich nicht gerade auf“.

Und wie geht es jetzt weiter? Offizielle Verhandlungen mit Helsa, dessen Parlament am kommenden Donnerstag über die Verwaltungs-Ehe berät (20 Uhr, Rathaus), wird es sobald jedenfalls nicht geben. Denn obwohl neben SPD-Fraktionschefin Angelika Großberndt auch Bürgermeister Arnim Roß (SPD) in der jüngsten Parlamentssitzung noch einmal nachdrücklich für die vermeintlichen Vorteile der Zusammenarbeit warb, war eine Mehrheit für Verhandlungen partout nicht zu bekommen.

Stattdessen wird sich nun als kleinster gemeinsamer Nenner noch einmal der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeindevertretung eingehend mit dem Für und Wider des Modells und des SPD-Wunschpartners Helsa befassen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.