Trotz geringer Schülerzahlen: Leiter Achim Kessemeier setzt sich für Erhalt der Einrichtung ein

Wohlfühlschule soll bleiben

Schulausbildung in Flex-Klassen: Die Jahrgänge eins und zwei werden an der Rothwestener Grundschule mit flexiblem Schulanfang betreut. Hier beim Gruppenunterricht mit den Lehrerinnen Bianca Müller und Anne Koell (3. und 5. von links) im Lernhaus 1.

Fuldatal. Der hessische Landesrechnungshof hat die Zwergschulen im Visier. Wo zunehmend immer weniger Schüler die Einrichtungen besuchten, etwa im ländlichen Raum, sollten diese kleinen Grundschulen zusammengelegt oder geschlossen werden, so der Vorschlag.

Im Fuldataler Ortsteil Rothwesten steht eine solche Zwergschule. Dessen Leiter Achim Kessemeier setzt sich allerdings vehement für deren Erhalt ein. Der Standort dürfe nicht infrage gestellt werden.

Dies sagte Kessemeier bei einem Treffen mit Schulleiterin Christine Saure (Gesamtschule) und seinem Kollegen von der Grundschule Ihringshausen, Wolfgang Röhl, an dem auch SPD-Bürgermeisterkandidat Klaus Exner teilnahm. Thema war die Situation der Fuldataler Schulen, deren Entwicklung und ihr Fortbestand. Die Sorge um die mögliche Schließung der Grundschule in Rothwesten stand dabei deutlich im Vordergrund.

Denn diese bekommt in den kommenden Schuljahren nur wenige Erstklässler. Für 2013/14 sind dies 14 Kinder, 2014/15 nur zehn, in den folgenden Jahren liegt die Zahl bei 13 beziehungsweise 14. Damit bewegt sich die Schule um und einmal sogar unter der magischen Mindestzahl von 13 Einschulungen, die als Maßstab des Landes für ein Überleben angegeben wurde.

Dessen ungeachtet warb Kessemeier für den Erhalt der Schule. Dort herrschten ideale Lernbedingungen. „Wir verfügen in Rothwesten mit dem räumlichen Angebot in den beiden Schulgebäuden und den vorhandenen Außenanlagen mitten im Dorf über eine hervorragende Infrastruktur, die alle Wünsche einer pädagogischen Arbeit mehr als erfüllen“, meinte Kessemeier.

Die Schule arbeite seit drei Jahren in Form einer „Wohlfühlschule“ und habe somit eine Modellfunktion. Die Kinder werden jahrgangsübergreifend in zwei sogenannten Lernhäusern betreut. Für den 1. und 2. Jahrgang gibt es einen flexiblen Schulanfang, der im Lernhaus 1 stattfindet. Für den 3. und 4. Jahrgang sind künftig jahrgangsübergreifende Klassen geplant. Für den so intensiv gestalteten Unterricht engagierten sich sechs Lehrerinnen. Durch die intensive Kooperation gebe es einen idealen Anschluss an den Kindergarten.

Von einer „Superausstattung in Rothwesten für diesen modernen Unterricht“, die noch durch je einen Theater-, Musik- und Werkraum ergänzt werde, schwärmt der Schulleiter.

Aktuell werden 67 Kinder in vier Klassen betreut. Mit der Sanierung zweier alter Wohnblocks am Rande der Erlenbuschsiedlung mit 36 Wohneinheiten erwartet Kessemeier, dass weitere Kinder eingeschult werden und der Standort gesichert werden kann.

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