Alte Mühle in Niedervellmar soll für fünf Millionen Euro saniert werden

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Wollen die alte Mühle in Niedervellmar wieder auf Vordermann bringen: Bauinvestor Hüseyin Özbek (links) sowie Bauherr und Planer Kristof Precht vor dem maroden Ensemble mit der links stehenden Mühle.

Vellmar. Die Gebäude wirken unscheinbar, liegen zurückgesetzt an der Frommershäuser Straße in Niedervellmar und grenzen an den Ahnepark. Nur Ortskundige wissen noch, dass in dem Backsteinhaus des dreiteiligen Ensembles, zu dem noch ein Wohnhaus und eine Scheune gehören, einmal eine Mühle untergebracht war.

1747 erstmals urkundlich erwähnt, gehört sie zu den ältesten Häusern der jungen Ahnestadt.

Seltene Aufnahme: Das Ensemble auf einer Aufnahme aus den 1920er- oder 1930er-Jahren. Links das Mühlengebäude, in der Mitte das Wohnhaus und rechts die Scheune. Repro: Ullrich-Sostmann / nh 

Jetzt will ein Trio die alte Mühle im übertragenen Sinne wieder zum Klappern bringen. Kristof Precht als Planer und Bauherr, Hüseyin Özbek als Bauinvestor und Hans-Jochen Precht von der Gesellschaft für Projekte und Immobilien MBH (GPI) aus Kassel als beratender Architekt wollen die Mühle sanieren. Seit zwei Jahren beschäftigen sie sich mit dem Projekt, im Dezember vergangenen Jahres wurde der Bauantrag genehmigt. Geschätzte fünf Millionen Euro sollen investiert werden.

In enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalschutz, dem Landkreis, dem Wasserwirtschaftsamt und der Stadt Vellmar soll ein Komplex entstehen, der den historischen Charakter der Mühle wahrt, gleichzeitig aber modernes Wohnen am nur rund 100 Meter entfernten Ahnepark bietet. „Wir wollen den typischen Charakter der Mühle erhalten“, verspricht Hans-Jochen Precht.

Und das sieht nach den Plänen wie folgt aus: Die fünfgeschossige Mühle bleibt stehen und wird aufwendig restauriert. Neues soll mit Altem verbunden werden. Zum Beispiel ist geplant, an der Außenwand wieder ein fünf Meter breites Mühlrad aus Eiche anzubringen, über das wieder Wasser der Ahne fließen soll.

Das einsturzgefährdete Wohnhaus und die marode Scheune werden noch in diesem Jahr abgerissen und durch drei kleinere Gebäude mit „modernem Villencharakter“ (Precht) und jeweils fünf Wohnungen ersetzt. Darunter kommt eine Tiefgarage für die Autos.

„Wir wollen eine Top-Nutzung hinkriegen“, sagt dazu Bauherr Kristof Precht. Dabei wollen sich die Bauherren nicht unter Zeitdruck setzen. Ganz behutsam wollen sie vorgehen, damit am Ende auch ein stimmiges und der historischen Bedeutung der Mühle angemessenes Ergebnis herauskommt.

Info: Gesucht werden noch Fotos oder Texte, die mehr historische Details über die Mühle verraten. Ansprechpartner ist Kristof Precht, 0561/7016701.

Von Stefan Wewetzer

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