Kommunen im Norden Kassels wollen Verlust von Einwohnern in Grenzen halten

Ahnatal/Espenau/Fuldatal/Vellmar. Die größte Kommune im Norden von Kassel verzeichnet den geringsten Einwohnerschwund. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Wiesbaden ging die Zahl der Einwohner in Vellmar von 2010 auf 2011 lediglich um eine Person auf 18.162 zurück.

„Mit dieser Zahl können wir sehr gut leben“, sagt Hauptamtsleiter Stephan George. Die Nachfrage nach Grundstücken „ist nach wie vor da, wir weisen Interessenten dann auf vorhandene Baulücken hin“, betont George. Denn die Flächen auf dem Osterberg seien komplett verkauft, die Stadt könne kein neues Baugebiet anbieten.

Vellmar sei als Wohnstadt attraktiv mit Kindergärten in jedem Stadtteil, mit seinen Schulen, Sport- und Kultureinrichtungen und den entsprechenden Veranstaltungen. Dienstleistungsangebote und Einkaufsmöglichkeiten seien vorhanden, die Stadt sei an Kassel durch Regiotram, Bus und Straßenbahn „optimal angeschlossen“. Größere Einbrüche bei den Einwohnern erwartet man im Rathaus nicht. „Es gibt verlässliche Zahlen für die Betreuung in den Kindergärten.“

Mit einem Rückgang um acht Einwohner seien die Zahlen in Ahnatal relativ stabil, betont Dieter Semdner. „Unsere Infrastruktur scheint gut anzukommen“, meint der Hauptamtsleiter. So folgten junge Familien auf ältere Eigentümer, die ihre Häuser am Kammerberg verkauften. Es gebe Kindergärten, Schulen, Ärzte und Geschäfte in den Ortsteilen, und man komme mit dem kostenfreien Innerortsbus überall hin. Wichtig für den Wohnort Ahnatal ist laut Semdner auch die gute Anbindung mit öffentlichem Nahverkehr nach Kassel.

Mit einem Verlust von 16 Einwohnern im Vergleichszeitraum sei Espenau „noch gut dabei“, meint Albrecht Bertelmann, Hauptamtsleiter im Rathaus. „Wir werden nicht mehr wachsen, aber versuchen, den Stand zu halten.“ So weise die Gemeinde neue Baugebiete mit zusammen 20 Grundstücken aus. Junge Familien hat Espenau im Blick, könne mit einer neuen Schule, Kinderbetreuung auch an Nachmittagen, guter Infrastruktur und einem kostenfreien Ortsbus punkten. Mit dem neuen Seniorenzentrum ermögliche man auch älteren Menschen, im Ort bleiben zu können.

Mit 21 Einwohnern hat Fuldatal den größten Rückgang im Norden Kassels zu verzeichnen. Dieser komme eher durch die kleineren Ortsteile zustande, sagt Bürgermeisterin Anne Werderich (FDP). Im Hauptort Ihringshausen sehe es hingegen gut aus. Dessen Neubaugebiet auf dem Hasenstock fülle sich, jetzt sei ein Bauantrag für zwei Sechs-Familien-Häuser gestellt worden.

Je weiter entfernt von Kassel und Ihringshausen mit all seinen Angeboten, desto schwieriger sei die Situation, meint Werderich. Generell gelte es, die noch vorhandene Infrastruktur „so lange wie möglich zu erhalten“.

Von Michael Schräer

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