Franz Josef Strohmeier gastierte mit Texten von Karl Valentin in der Märchenwache

Wohnungssuche und Salat

Amüsant: Pianist Donato Deliano (links) und Schauspieler Franz Josef Strohmeier präsentierten in der Märchenwache frühe Werke des Volkskomikers Karl Valentin. Foto: T. Hartung

Schauenburg. Viele seiner unvergesslichen Sprüche sind bis heute sehr beliebt und werden bei verschiedenen Anlässen gern zitiert. Der bayerische Wortkünstler und Volkskomiker Karl Valentin trug seine Werke mit einer ganz besonderen unverkennbaren Ausdrucksweise vor. Jetzt widmete Franz Josef Strohmeier, Schauspieler am Kasseler Staatstheater, dem Komiker einen ganzen Abend.

Mit seinem Programm „Karl Valentin und die laute Zeit“ gastierte Strohmeier in der Breitenbacher Märchenwache. Dabei präsentierte er die zum Teil unbekannten scharfzüngigen Werke Valentins aus den Jahren 1913 bis 1919. Sie machen deutlich, dass sich Intellektuelle, Komiker und Literaten als Kritiker der Monarchie mit Ausbruch des Krieges zum Sprachrohr des Patriotismus entwickelten.

Voller Saal

Die Märchenwache platzte an diesem Abend aus allen Nähten – 70 Gäste verfolgten gespannt und belustigt das Programm. Neben Liedern und Gedichten, die sich unter anderem mit der Entstehung eines russischen Salats, verlassenen Maßkrügen, Versteigerungen und der Wohnungssuche im Jahr 1915 beschäftigen, gab es auch jede Menge Originalaufnahmen.

Für die musikalische Begleitung sorgte Pianist Donato Deliano. Die Meinungen der Gäste waren an diesem Abend unterschiedlich. „Ich finde das Programm sehr gut“, sagte Rosemarie Vonjahr (79, Elgershausen) und erklärte, schon öfter Werke von Karl Valentin gehört zu haben.

Rosemarie Rieger aus Kassel war nicht ganz so begeistert. „Die Texte von Karl Valentin sind großartig, aber leider sind sie mir hier zu eingedeutscht“, sagte sie. Ihr fehle das original Bayerische.

„Sonst nichts verstanden“

Gisela Schmidt hingegen war froh, dass die Stücke in Hochdeutsch vorgetragen wurden. „Ich hätte sonst bestimmt nichts verstanden“, sagte die 68-Jährige, bemängelte jedoch, dass die Klaviermusik im Verhältnis zur Stimme des Schauspielers ein wenig zu laut gewesen sei. Dennoch habe ihr das Programm sehr gut gefallen.

Von Tina Hartung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.