Pfarrerehepaar verlässt die Gemeinde Rengershausen-Guntershausen

Abschied vom Kirchturm: Kerstin Reinold und Henning Porrmann vor dem Rengershäuser Gotteshaus. Foto: Jünemann

Baunatal. „Wir tragen das jetzt weiter“, sagt Kerstin Reinold. Sie und Ehemann Henning Porrmann wollen die hier erlebte Teamarbeit in Südhessen als Strickmuster verwenden.

Das Pfarrerpaar verlässt zum Monatsende nach sieben Jahren die Kirchengemeinde Rengershausen-Guntershausen. Nicht, weil ihm der Wirkungskreis nicht mehr behagt, sondern weil in der neuen Gemeinde Meerholz-Hailer – ein Stadtteil von Gelnhausen – günstigere Bedingungen warten.

Aus einem Arbeitsplatz, den sich Reinold (37) und Porrmann (41) zurzeit in Rengershausen/Guntershausen teilen, werden eineinhalb. Zur Kirchengemeinde kommt in Gelnhausen ein Auftrag für Altenheim-Seelsorge hinzu. Auf anderthalb Stellen – finanziell besser für die vierköpfige Pfarrersfamilie – habe hier keine Aussicht bestanden, sagen die beiden. Zudem passe der Wechsel auch wegen Sohn Leo (5), der dann 2013 am neuen Wohnort eingeschult werde.

Das seien jedoch alles „Argumente vom Kopf“, sagt Henning Porrmann. Denn: „Es tut auch weh“, den vertrauten Bereich zu verlassen.

Neben der Teamarbeit mit den vielen Ehrenamtlichen unter den 2100 Gemeindemitgliedern in Rengershausen und Guntershausen nennt Porrmann unter anderem die Punkt-5-Band, die in seiner Zeit entstand. Reinold hebt „die große Offenheit“ für neue Ideen hervor, die zu einem regelmäßigen Frauenfrühstück, zu Zwergengottesdienst und Punkt-5-Gottesdienst führte. Privat bleibt bei dem agilen Duo haften, dass beide Söhne – neben Leo auch Julius (3) – hier geboren wurden.

Und dass die Eheleute, er aus Kaufungen stammend, sie Schwäbin, mit Erfolg getestet haben, wie man trotz unterschiedlicher Talente gemeinsam arbeitet. Nicht alles werde man übertragen können – „erst mal gucken“ heißt deshalb die Devise für Meerholz-Hailer (3600 Gemeindemitglieder). Doch einen Schwerpunkt in der Arbeit mit Kindern und jungen Familien, der eigenen Altersgruppe, wollen sie schon setzen.

Vernetzung positiv

Eine Vernetzung im Vereinsleben, die sie hier als sehr positiv empfunden haben, streben Porrmann und Reinold ebenfalls an.

Und vor der Altenheim-Aufgabe ist der Pfarrerin nicht bange, neben einer Ausbildung in klinischer Seelsorge nimmt sie Erfahrungen mit Demenz, langem Sterben und Betreuung Angehöriger aus dem Guntershäuser Marie-Behre-Heim mit.

Von Ingrid Jünemann

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