Schüler der IGS Kaufungen testen berufliche Interessen – IHK und Kreis fördern Projekt

Dem Wunschberuf ein kleines Stückchen näher gekommen

Projektteilnehmer der IGS Kaufungen: Schüler der Jahrgangsstufe 9 nahmen an einem gemeinsam finanzierten Projekt von IHK und Landkreis Kassel teil. Dabei wurden den jungen Leuten Wege in eine berufliche und schulische Zukunft aufgezeigt. Fotos: Kothe

Kaufungen. Hätte man Lukas Benderoth (16) aus Helsa und Luca Waurich (15) aus Kaufungen vor einigen Monaten gefragt, wo sie ihre berufliche Zukunft sehen, hätten die beiden Schüler der Integrierten Gesamtschule Kaufungen (IGS) noch keine Antwort gewusst.

Ende des vergangenen Schuljahres haben sie mit 80 Schülern der Jahrgangstufe 9 an einem Berufsorientierungsprojekt teilgenommen: dem Coaching-Tool Berufliche Orientierung/Berufliche Interessen (CT-BOBI).

Nach diesem Projekt fallen ihre Antworten schlüssiger aus. Sie wissen, auf welche weiterführende Schule sie gehen möchten und in welche Richtung ihre Berufswahl gehen könnte, wenn sie das Abitur in der Tasche haben. „Eine kaufmännische Ausbildung“, sagt Lukas. „Zum Beispiel im Groß- und Außenhandel“, ergänzt Luca.

„Die Vielfalt an Möglichkeiten für Abiturienten ist erschlagend“, sagt Christoph Illner, der an der IGS Arbeitslehre unterrichtet. Deshalb sei es wichtig, sich sehr früh mit seinen Interessen zu beschäftigen, um dem Wunschberuf näher zu kommen. Der Test CT-BOBI hilft, berufliche Interessen zu ermitteln und so einen passgenauen Zugang in das Berufsleben zu bekommen. Dank diesem Test haben sich Lukas und Luca erstmals Gedanken gemacht und mit ihren Lehrern, Mitschülern und Eltern darüber gesprochen: „Wir finden die Unterstützung gut.“ Sie sagen auch: „Das Ergebnis hat uns Impulse für Praktika gegeben.“

Von IHK finanziert

Anja Mohr von der Gesellschaft für Personaldienstleistungen in Kassel hat das Projekt an der IGS beutreut. Finanziert wurde es von der IHK Kassel-Marburg und dem Landkreis Kassel. „Basierend auf 158 Fragen, die berufliche Tätigkeiten als Inhalte präsentieren, schätzen die Schüler ihre Interessen auf einer Skala ein. Als Ergebnis erhält jeder eine detaillierte Auswertung“, erläutert Mohr. Den drei stärksten Interessensbereichen würden typische Ausbildungsberufe und Studiengänge zugeordnet. Ergänzend liefere der Test Informationen über nötige Kompetenzen. Zur Vertiefung diene ein anschließendes Coaching-Gespräch.

„Lücke im System“

CT-BOBI stellt erstmals die frühzeitige Berufsorientierung in Gymnasialzweigen der Gesamtschulen und Gymnasien in den Fokus. Bisher ging es meist um Haupt- und Realschüler. IGS-Schulleiterin Ursula Fiedler sagt: „Es ist wichtig, etwas für die zu tun, die am Übergang zur Oberstufe stehen.“ Das bestätige auch die steigernde Zahl der Studienabbrecher. „Hier gibt es eine Lücke im System.“

Rückmeldungen positiv

„Die Rückmeldungen der Jugendlichen sind positiv“, sagt Mohr. Viele hätten neue Berufsfelder entdeckt, jenseits gängiger Ausbildungsberufe. Auch Eltern und Lehrer sind begeistert. „Mit den Ergebnissen kann die Berufs- und Studienorientierung in der Schule gut unterstützt werden“, betont Illner. Die IGS engagiert sich sehr in diesem Bereich. Am 18. September hat sie dafür das Gütesiegel für Berufs- und Studienorientierung des Landes Hessen erhalten. HINTERGRUND

Von Helga Kristina Kothe

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