Tipps für Autofahrer

Zahl der Wildunfälle drastisch gestiegen - Tipps für Autofahrer

Kreis Kassel. Die Zahl der Wildunfälle im Landkreis Kassel ist in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. 2010 verzeichnete das Polizeipräsidium Nordhessen 277 Wildunfälle, 2011 schoss die Zahl auf 865 in die Höhe. 2012 passierten 982 Unfälle.

Insgesamt gingen in diesen drei Jahren zehn der Wildunfälle mit Schwerverletzten und 23 mit Leichtverletzten aus. Es entstand ein Schaden von 3,2 Millionen Euro.

„Die Lebensbedingungen für Wild sind mit der Zeit immer besser geworden“, sagt Theodor Arend vom Forstamt Wolfhagen, das auch für Kassel zuständig ist. „Die Tiere finden in den Wäldern viel Nahrung, deshalb wird die Population immer größer.“

Um die Zahl der Wildunfälle so gering wie möglich zu halten, müsse vernünftig und nach vorgegebenen Abschussplan gejagt werden, fordert Arend. „Wildwarnreflektoren und Duftzäune funktionieren auf Dauer nicht, weil sich die Tiere daran nach einiger Zeit an das Licht und den Geruch gewöhnen.“

An welchen Strecken am häufigsten Wildunfälle passieren, könne man pauschal nicht sagen, erklärt Gerd Bohne, Pressesprecher von Hessen Mobil. „Es kann sowohl auf gering befahrenen Waldwegen als auch auf Autobahnen zu Kollisionen mit Wild kommen.“

Versicherung übernimmt Wildschäden

Mit der dunklen Jahreszeit steigt die Gefahr von Wildunfällen. Gerade in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Unfälle drastisch gestiegen. 2010 verzeichnete das Polizeipräsidium Nordhessen 277 Wildunfälle im Landkreis. Im Jahr 2012 schoss die Zahl auf 865 in die Höhe. Ein Grund dafür sind laut Theodor Arend vom Forstamt Wolfhagen die guten Lebensbedingungen und die viele Nahrung für Tiere in den Wäldern.

„Im Herbst und Winter fällt die Dämmerung und damit der erhöhte Wildwechsel in die Zeit des Berufsverkehrs“, sagt Arend. Deshalb sei jetzt besondere Vorsicht angebracht.

Folgende Hinweise sind für Verkehrsteilnehmer wichtig:

• Verschmutzte Fahrbahnen: Gerade bei Nässe ist der Schmierfilm am Boden deutlich spürbar. Deshalb gilt: Fuß vom Gas.

• Tief stehende Sonne: Wenn die Sonne scheint, steht sie tiefer als im Sommer und kann den Fahrer stark blenden. Deshalb gilt: Stets auf saubere Scheiben achten.

• Wildwechsel: Jetzt sind Wildwechsel gerade in Waldgebieten an der Tagesordnung. Deshalb gilt: Fuß vom Gas und Abstand halten.

• Nebel: In den Morgenstunden können Nebelbänke auftauchen. Die Sicht des Fahrers verringert sich in Sekunden erheblich. Deshalb gilt: Schon bei ersten Nebelschwaden Licht einschalten.

• Reifenprofil: Ein ausreichend tiefes Profil auf den Reifen ist gerade in dieser Jahreszeit wichtig. Deshalb gilt: Nicht auf der letzten Rille fahren.

• Dunkelheit: Herbst und Winter sind dunkle Jahreszeiten: Deshalb gilt: Mit Licht fahren.

Wenn es trotz Vorsichtsmaßnahmen kracht, sind Schäden am eigenen Fahrzeug laut Versicherungsexperte Walter Thomas aus Baunatal in der Regel durch die Teil- oder Vollkaskoversicherung abgedeckt - vorausgesetzt es handelt sich um Haarwild, wie Wildschweine und Hirsche. „Um bei einem Versicherungsfall Schwierigkeiten zu vermeiden, sollten Wildschäden sofort bei der Polizei oder Forstbehörde gemeldet werden, um eine Wildschadenbescheinigung zu bekommen.“

Von Theresa Ziemann und Axel Welch

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