Kabarett mit Almut Weingart, Willi Schaumberg und Pianist Heinz Ahrendts unterhielt im Regionalmuseum

Zanken für den lieben Frieden

Kleine Meinungsverschiedenheit: Almut Weingart (links) und Willi Schaumberg sind sich als Friedensengel nicht immer einig, aber sie vertragen sich schließlich wieder. Fotos:  Wienecke

Kaufungen. „Friede sei mit Euch“, sagt Engel Gabriela, während Engel Uriel skeptisch durch sein Posaunenfernrohr blickt. Auf dem mitgebrachten Banner gibt es einen Schreibfehler: „Fieden“ steht da statt „Frieden“. Kein Wunder, sagt Uriel, schließlich komme der Praktikant von der Freien Waldorfschule. Rechtschreibung könne er wohl nicht, dafür aber seinen Namen tanzen. Und doch, hat er nicht vielleicht recht, kann das überhaupt klappen mit dem Frieden auf Erden?

Begleitung am Klavier

Unter Begleitung von Heinz Ahrendts (79) am Piano, der brillant spielte, aber über das verstimmte Klavier unglücklich war, schwebten Almut Weingart (63, unseren Lesern als Kolumnistin s’Annchen bekannt) und Willi Schaumberg (64) als „Friedensengel über Kaufungen“ durch das voll besetzte Museumscafé des Regionalmuseums in Oberkaufungen. Dank zuvor ausgehändigtem Liedblatt stimmte das Publikum bereits nach wenigen Tönen mit ein.

In Anspielung auf die Bikini-Fotos von Englands schwangerer Herzogin Kate sah man zunächst „Das Fräulein Helen baden gehen“.

„Kate wird immer dicker, das erinnert mich an Dich“, frotzelte Engel Uriel, der selbst leidenschaftlich gern Ahle Wurscht futtert. Denn Gabriela war an der Keule des Herkules hängengeblieben. „Das ist bei ahlen Engeln so“, lästert sie zurück, als er erneut in Richtung Keramikabteilung verschwinden muss.

Auch die Kanzlerin kriegt ihr Fett weg. „Angela, die Missmutige, soll das alles unter ihr kurzes Jäckchen stecken“, ätzt sie aufgrund des wachsenden Schuldenbergs und stimmt das Lied „Wer soll das bezahlen“ an.

Dann wird „Omas klein’ Häuschen“ versoffen, obwohl das nordhessische Bergland ja eine „Arme-Liede-Gegend“ sei, schließlich tauche hier ja keiner auf der CD der entlarvten Steuersünder auf. „Aber die in Nieste, die haben noch einen König, der hat sogar eine Alm“, meint Gabriela.

Schließlich blickt sie von ihrer Wolke noch auf den Caldener Flughafen, der ja nun fertig sei. „Der Wowereit wird platzen, und der andere auch, der heißt ja schon Platzeck“, meint Uriel. Engel und Engelinnen passen nun mal nicht zusammen, meinen beide, als sie anfangen zu zanken. „So fangen Kriege an“, bemerken sie.

Aber bei „Ein bisschen Frieden“ vertragen sie sich schließlich wieder. Zur Museumsnacht am Samstag, 7. September, gibt es ein neues Programm von Almut Weingart und Willi Schaumberg im Museum unter dem Motto „Kinder, wie die Zeit vergeht“.

Von Bettina Wienecke

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