29 Weimarer erinnerten sich an Konfirmation 1952 und feierten ihr Jubiläum

Zehn Eier für Einsegnung

Diamantene Konfirmanden: Pfarrer Thomas Dilger (von links) gratulierte Wilhelm Pape, Horst Reiss, Erich Frölich, Horst Büttner, Anneliese Ochs, Dietrich Wilke, Wolfgang Immelnkämper, Heinz Hetzler, Erna Jost, Karl Persch, Rosemarie Regenbogen, Richard Möller, Elise Eckhardt, Elfriede Beck, Minna Barth, Wilhelm Bulle, Willi Maguhn, Anni Kalig, Karl Schaub, Herbert Regenbogen, Gisela Weinmeister, Martha Rühl, Wilhelm Braunhahn, Hanni Kramer, Charlotte Korth, Christa Hetzler, Elfriede Gelhaus, Margot Fischer und Anneliese Homburg. Foto: Kisling

Ahnatal. Als Pfarrer Willy Schliewe 1952 40 Weimarer Schüler konfirmierte, herrschten strenge Sitten. Verse, Psalmen und Lieder mussten auswendig vorgetragen werden, und Disziplin galt als wichtige Tugend. Doch Fleiß allein reichte nicht, um unter Pfarrer Schliewe den Konfirmationsunterricht erfolgreich abzuschließen.

Zehn Eier oder drei Mark forderte der Pfarrer von jedem seiner Schüler für die Einsegnung. In einer Zeit, in der das deutsche Wirtschaftswunder erst an seinen Anfängen stand, war es ein ebenso hoher wie nicht zu rechtfertigender Preis.

Nun, 60 Jahre später, trafen sich 29 Konfirmanden in Weimar, um ihre Diamantene Konfirmation zu feiern. Es wurde an die gemeinsame Zeit erinnert, an den harten Unterricht, aber auch an die Streiche, die die Konfirmanden ihrem Pfarrer regelmäßig spielten.

„Wir waren und sind eine sehr gute Gemeinschaft“, meinte Richard Möller. Für Weimarer, die 1943 eingeschult wurden, bildete die Konfirmation zugleich den Abschluss der Schullaufbahn. Nur wenige besuchten anschließend eine weiterführende Schule oder legten das Abitur ab, da eine Berufsausbildung Vorrang hatte.

Anders als bei den mitunter fragwürdigen Sitten von Pfarrer Schliewe hatten die 40 Schüler Glück, dass sie in ihrer Schullaufbahn Wilhelm Felmeden als Klassenlehrer bekamen, der das soziale Miteinander der Schüler förderte.

„Was uns immer viel Spaß gemacht hat, war das gemeinsame Singen“, erinnert sich Wilhelm Pape. Der herzliche Umgang miteinander sei bis heute geblieben und zeige sich an der regen Teilnahme an den Klassentreffen alle fünf Jahre sowie der großen Resonanz anlässlich der Diamantenen Konfirmation. (ptk)

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