Zehntklässler der Erich-Kästner-Schule gestalteten Gottesdienst

Zeichen für den Frieden

Bewegender Gottesdienst: Michelle Mahn (von links), Katharina Damm, Louis Allmeroth, Felix Lachmann und Siyamend Botan Demir trugen Texte von Elie Wiesel vor. Zudem zeigten die Jugendlichen einen Film, den Schüler vor einigen Jahren in der Gedenkstätte Auschwitz gedreht hatten. Foto: De Filippo

Baunatal. Es ist nicht einfach, 150 Jugendliche zum Schweigen zu bringen. Am Montagvormittag taten sie es.

In der Aula der Baunataler Erich-Kästner-Schule herrschte Stille, als Schüler Textstellen aus Elie Wiesels Buch „Die Nacht“ vortrugen. Es waren drastische Schilderungen aus dem Konzentrationslager Auschwitz, die zentrales Thema eines bewegenden Gedenkgottesdienstes waren.

Seit über zehn Jahren gehört die Veranstaltung zum Schulleben. Jeden Januar - zum bundesweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus - bereiten Zehntklässler einen themenbezogenen Gottesdienst vor. Diesmal stand der Auschwitz-Überlebende und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel im Mittelpunkt, dessen Buch die Schüler im Religionsunterricht gelesen hatten.

„Die meisten haben sehr emotional auf den Stoff reagiert“, erzählt Religionslehrerin Bettina Schäfer. So etwas zu lesen, schockiere junge Menschen.

„Hilf uns aufzustehen gegen Unrecht und Gewalt.“

Fürbitte der Schüler

Im selbst gestalteten Gedenkgottesdienst lasen die Zehntklässler, die demnächst eine Fahrt zur Gedenkstätte Auschwitz unternehmen werden, einige Texte Wiesels vor - unter anderem dessen „Osloer Rede gegen den Hass“. Zudem machten sie sich Gedanken um Gewalt in der heutigen Welt. So baten sie in ihren Fürbitten: „Gott, hilf uns, dass so etwas wie der Terroranschlag in Frankreich nie wieder passiert. Hilf uns aufzustehen gegen Unrecht und Gewalt.“

Und auch persönliche Wünsche der Zehntklässler flossen in die Veranstaltung mit ein: etwa dass christliche und muslimische Schüler gut miteinander auskommen.

Arabische Musik gespielt

Als musikalisches Leitmotiv hatten die Schüler eine arabische Melodie ausgewählt, die Leonie Helferich mehrmals eindrucksvoll vortrug. Als Zeichen dafür, dass alle Menschen gleich sind - egal, zu welchem Gott sie beten. Und als Symbol für ein friedvolles Miteinander.

Von Pamela de Filippo

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