Für sechsstelligen Betrag an Stadt verkauft

Zentrum Bornhagen: Kirche zieht nach 40 Jahren aus

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Jetzt ist Schluss: Pfarrer Dirk Muth hilft beim Ausräumen im Kirchenzentrum Bornhagen. Die Kirchengemeinde zieht ins neue Begegnungszentrum am Marktplatz.

Baunatal. Am Baunsberg geht eine mehr als 40 Jahre währende Ära zu Ende: Die evangelische Kirchengemeinde Baunatal-Altenbauna hat das Kirchenzentrum Bornhagen an die Stadt Baunatal für einen sechsstelligen Betrag verkauft.

Die Kirchengemeinde zieht bis Ende Mai samt ihrem Gemeindebüro (bisher Unter den Eichen 6), ihren Gruppenangeboten und dem „Leiseltreff“, dem Kinderkleiderladen und der Beratungsstelle an der Dürerstraße 12 in die neue städtische, von der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS) betriebene Begegnungsstätte am Markplatz um.

Danach wird die Stadt das in die Jahre gekommene, unter Denkmalschutz stehende Gebäude im Innern sanieren. Voraussichtlich bis Mitte 2015 wird dann die Familienbildungsstätte der Arbeiterwohlfahrt „Awo“ von Großenritte in das Obergeschoss des ehemaligen Kirchenzentrums einziehen. Auch das Stadtteilzentrum Baunsberg wird einen Teil des Gebäudetrakts nutzen. Die Investitionskosten beziffert Stadtsprecher Thomas Briefs auf 600.000 Euro.

Mit den Arbeiten könne voraussichtlich im Spätherbst dieses Jahres begonnen werden, sagte Fachbereichsleiter Uwe Schenk. Es sei vorgesehen, für die Awo, die unter anderem in die ehemaligen Konfirmandenräume einziehen wird, einen separaten Eingang anzulegen. Derzeit laufe die Detailplanung für den Bauantrag.

In der Kirchengemeinde ist der Umzug an den Marktplatz bereits in vollem Gange. Alles wird ehrenamtlich erledigt.

Am neuen Standort muss sie zusammenrücken: Statt den 831 Quadratmetern Nutzfläche stehen der Gemeinde in der Begegnungsstätte laut Pfarrer Dirk Muth nur rund 320 Quadratmeter zur Verfügung. Man könne auch Räume der BDKS mitnutzen. „Die Angebote werden stärker gebündelt“, sagt Muth. Im ehemaligen Gemeindebüro werde ein kleiner Versammlungsraum eingerichtet, dort tue außerdem die Gemeindepädagogin Dienst. Von vielen Dingen muss sich die Gemeinde mit ihren rund 3600 Mitgliedern trennen. Einen Container voll habe man schon verkauft oder verschenkt, sagt der Pfarrer.

Für Muth und viele andere Kirchenmitarbeiter ist es ein Abschied mit Wehmut: Denn die Gemeinde hat sich nicht ganz freiwillig von ihrem Kirchenzentrum getrennt: Schon 2001 wurden die Kosten für eine grundlegende Sanierung auf rund 588.000 Euro veranschlagt. Über einen ersten Sanierungsanlauf kam die Gemeinde nicht hinaus. Es fehlt schlicht das Geld. Auch die Unterhaltungskosten seien zu hoch, sagt der Pfarrer: „Auf Dauer können wir diese Last nicht stemmen.“

Roswita Lohrey-Rohrbach von der Awo-Familienbildungsstätte in Großenritte sieht den bevorstehenden Umzug nach Altenbauna als Chance und Perspektive. Dort sei die Awo gut vernetzt, sagt sie. Man gewinne auch größere Räume.

Von Peter Dilling

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