Besitzer hat kein Interesse mehr an Vermarktung des Areals – Suche nach Investoren bisher erfolglos

Die Ziegelei bleibt eine Brache

Ein Riesenareal: Die Alte Ziegelei in Niedervellmar an der Warburger Straße ist ein markantes Objekt. Links sieht man die B 7 / 83 mit der Straßenbahnstrecke in Richtung Vellmar, oben den Kreisel Dörnbergstraße. Archivfoto: Brosche / nh

Vellmar. Das Schicksal des seit mehr als 20 Jahren brachliegenden ehemaligen Ziegeleigeländes Löber an der B 7 in Vellmar scheint endgültig besiegelt. Neuen Gerüchten im Zuge des Bürgermeisterwahlkampfs, dass dort möglicherweise doch Studentenwohnungen gebaut werden könnten, erteilte der Besitzer des Areals, Thomas Schäfer aus Detmold, jetzt eine endgültige Absage: „Da ist definitiv nichts dran“, stellte er klar. „Mit mir hat niemand Kontakt aufgenommen.“

„Ich bin so frustriert, dass ich mit dem Gelände nichts mehr zu tun haben will.“

Besitzer thomas Schäfer

Der Versicherungsfachmann ging im Gespräch mit unserer Zeitung sogar noch einen Schritt weiter und malte ein düsteres Bild auch für die weitere Zukunft der Ziegelei: „Ich bin so frustriert, dass ich mit dem Gelände nichts mehr zu tun haben will.“ Er werde deshalb auch von sich aus keine eigenen Initiativen mehr für eine Lösung starten: „Ich kümmere mich nicht mehr darum. Für mich wird das für die nächsten 20 Jahre kein Thema mehr sein“, zürnt er. Wenn jemand unbedingt kaufen wolle, solle er ihm einfach ein seriöses Angebot machen.

Gerade daran hat es bei den Versuchen, eine Lösung zu finden, in den vergangenen Jahren nicht selten gefehlt. Ob Tagungshotel oder Wohnraum - Projekte verliefen schon im Anfangsstadium im Sand. So hatte ein Projektentwickler im März 2012 die Variante 33-Zimmer-Tagungshotel und Kauflandmarkt vorgeschlagen. Aber Einzelhandel ist für die Stadt Vellmar aus Konkurrenzgründen kein Thema.

Auch der von Bürgermeister Dirk Stochla damals ins Spiel gebrachte Vorschlag, ein Hotel mit Wohnraum für Studenten zu kombinieren, scheiterte - die Uni winkte schon damals ab. Inzwischen dürfte auch der Optimismus des Verwaltungschefs verflogen sein. Der hatte damals mit Hinweis auf die gute Erreichbarkeit des neuen Flughafens Kassel-Calden noch orakelt, dass „die Chancen für die Vermarktung eines Idealpakets jeden Monat steigen“. „Seriös waren nur die Angebote der großen Einzelhandelsketten“, bilanziert Grundstücksbesitzer Schäfer heute.

Die direkte verkehrstechnische Anbindung mit Straßenbahn und B 7 ist für Schäfer längst kein Standortvorteil mehr. Er sieht im Falle eines Neubaus zum Beispiel extrem hohe Kosten für den Lärmschutz auf sich oder einen möglichen Investor zukommen. Gerade vor dem Hintergrund, dass ein Anwohner - wenn auch erfolglos - kürzlich gegen die Verkehrsbehörde Hessen Mobil geklagt hatte, um besseren Schallschutz an der B 7 zu erzwingen.

Der Wert des Ziegelei-Areals ist schwer zu beziffern. Nimmt man den Grundstücksrichtwert für Vellmar vom 1. Januar 2012, kommt man auf rund 1,65 Millionen Euro.

Das Problem für die Stadt Vellmar: Sie hat keine Handhabe, den Besitzer zu zwingen, das Ziegelei-Gelände in Ordnung zu bringen. „Da sind wir stark eingeschränkt“, sagt Volker Damm von der Bauverwaltung der Stadt Vellmar. Allein, wenn zum Beispiel eine Umweltverschmutzung auf dem Gelände drohe, könnte die Stadt einschreiten. KOMMENTAR

Von Stefan Wewetzer

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