Pläne für Bau eines Hotels mit 33 Doppelzimmern und eines SB-Warenhauses scheitert

Ziegelei bleibt Schandfleck

Riesenfläche: Blick auf die Zufahrt des 33 000 Quadratmeter großen Ziegeleigeländes von der Warburger Straße aus. Über die Triftstraße ist die Ziegelei an die neue Straßenbahn angebunden. Archivfotos: Koch

Vellmar. Konkrete Pläne, das seit Jahren vor sich hin gammelnde Gelände der Alten Ziegelei in Vellmar an der Warburger Straße zu vermarkten, haben sich zerschlagen.

Der Projektentwickler part AG aus Bad Gandersheim hatte vor, das Areal, das dem Steuerberater Thomas Schäfer und seinem Bruder Markus in Erbengemeinschaft gehört, neu zu erschließen. „Das Projekt ist gestorben“, bestätigte gestern für die part AG Projektentwickler Jörg Richter.

Den Grund für das Scheitern erläuterte Volker Damm, bei der Stadt Vellmar Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Umwelt: Der Zweckverband Raum Kassel, in dem Vellmar Mitglied ist, habe schon vor Jahren beschlossen, in Vellmar keine weiteren Flächen für Einzelhandel auszuweisen. Nur Standortsicherung sei noch möglich.

Fertige Planung

Dabei hatte die part AG die Planung schon in trockenen Tüchern, konnte der Stadt Vellmar bei einem gemeinsamen Gespräch Anfang Februar ein komplettes Paket anbieten. Gerade die Anbindung an den zukünftigen Flughafen Kassel-Calden habe das Ziegelei-Areal für Investoren attraktiv gemacht, erläuterte Richter. Dazu kommt die Anbindung über die Haltestelle Triftstraße an die neue Straßenbahnstrecke Kassel-Vellmar.

Geplant waren auf den 33 000 Quadratmetern Fläche der Ziegelei laut Projektentwickler Richter im vorderen Teil an der Warburger Straße ein Hotel und im hinteren Teil des Geländes ein Einzelhandelsbereich. 33 Doppelzimmer auf einer Geschossfläche von 1700 Quadratmetern, dazu 80 Parkplätze sollten geschaffen werden. Der gesamte Hotelkomplex mit Außenanlagen sollte rund 11 000 Quadratmeter des Ziegelei-Geländes einnehmen.

Den Einzelhandel sollte als SB-Warenhaus ein Kaufland-Markt abdecken. Dessen gesamte Grundstücksfläche hätte die restlichen rund 22 000 Quadratmeter benötigt, als reine Verkaufsfläche für den Einzelhandel waren 4000 Quadratmeter vorgesehen. 289 Stellplätze für die Kunden waren geplant. Das gesamte Investitionsvolumen hätte nach Auskunft des Projektentwicklers im knapp zweistelligen Millionen-Euro-Bereich gelegen.

Eine Möglichkeit, das Gelände zu parzellieren, gab es für den Projektentwickler nicht, da es nur die eine Zufahrt über die Warburger Straße gebe. „Für uns hieß es deswegen alles oder nichts“, erläuterte Richter. Sonst hätte das Projekt „keinen Sinn gemacht“.

Miteigentümer Thomas Schäfer aus Detmold ist enttäuscht von dieser Entwicklung und hätte mehr Entgegenkommen seitens der Stadt Vellmar erwartet, da in der Vergangenheit auch andere Nutzungsvarianten wie Dienstleistungszentrum oder Arztzentrum abgelehnt worden seien. „Die Stadt hat anscheinend kein Interesse, dass da was passiert.“ Er könne das Areal der Alten Ziegelei aber nicht selbst vermarkten. KOMMENTAR, HINTERGRUND

Von Stefan Wewetzer

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