Antrag auf Verkauf des Feuerwehrgerätehauses Heckershausen: Geschichtsmuseum auf der Kippe

Sie wollen das Projekt Geschichtsmuseum vorantreiben: von links präsentieren Erwin Ullrich, Herbert Iske, Horst Rühl und Rolf Mantel Ausstellungsgegenstände vor dem Feuerwehrgerätehaus. Archivfoto: Kisling/nh

Ahnatal. Einen Schlusstrich will die Ahnataler CDU unter das Projekt Geschichstmuseum ziehen. Das soll nach einer Vorlage des Gemeindevorstands seinen Platz eigentlich im Feuerwehrgerätehaus Heckershausen finden.

Denn das wird frei, wenn der Neubau des zentralen Ahnataler Feuerwehrzentrums an der Rasenallee bezugsfertig ist. „Das Feuerwehrgerätehaus in Heckershausen muss schleunigst verkauft werden“, erklärte gestern CDU-Fraktionsvorsitzender Rüdiger Reetwisch unmissverständlich. „Alles andere wäre ein verantwortungsloser Umgang mit dem Geld der Ahnataler Bürger.“

„Das Feuerwehrgerätehaus Heckershausen muss schleunigst verkauft werden.“

Dazu will die CDU einen entsprechenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses setzen lassen. Der Ausschuss tagt am morgigen Donnerstag ab 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus. Heckershausen. Dort will der Heimat- und Geschichtsverein sein Nutzungskonzept für das Museum vorstellen.

Als Begründung führt die CDU die veränderten finanziellen Bedingungen im Ahnataler Etat ins Feld. Habe die Welt 2009, als die Idee für ein Geschichtsmuseum geboren worden sei, noch vergleichsweise „rosig“ ausgesehen, habe sich die Lage laut Fraktionschef Reedwisch „inzwischen grundlegend geändert“. Denn im aktuellen Haushaltsentwurf für 2011 stehe eine noch nie dagewesene Unterdeckung von 1,86 Millionen Euro. Und die Prognosen bis 2014 seien nicht viel besser.

Ihren Antrag für den Verkauf des Feuerwehrgerätehauses untermauert die CDU mit Zahlen. Ein Verkauf könnte der Gemeinde zwischen 150 000 und 200 000 Euro in die leeren Kassen spülen. Das zeigt das Beispiel des Feuerwehrgerätehauses Weimar. Über dessen Verkauf will die Ahnataler Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am 27. Januar beschließen. Als Erlös sind nach HNA-Informationen 160 000 Euro im Gespräch.

Ein Geschichtsmuseum dagegen würde nur Geld kosten. Da seien einmal die veranschlagten 30 000 Euro für die Herrichtung des Gerätehauses, die die CDU im übrigen für zu niedrig angesetzt hält. Dazu kämen von der CDU geschätzte jährliche Unterhaltskosten von rund 25 000 Euro. Reedwischs Fazit in Sachen Museum: „Hier muss der Kopf über das Herz siegen.“

Politisch bedeutet das Nein der CDU-Fraktion, dass das Projekt Geschichtsmuseum auf der Kippe steht. Viel wird davon abhängen, wie schlüssig das Nutzungskonzept sein wird, das der Heimat- und Geschichtsverein dem Ausschuss morgen präsentiert.

Das sagt der Bürgermeister

Bürgermeister Michael Aufenanger räumte gestern zwar ein, dass sich die Gemeindefinanzen „noch mal verschlechtert“ hätten. Aber an der Vorlage des Gemeindevorstands, der die Einrichtung des Museums empfiehlt, sei jetzt nicht mehr zu rütteln. „Jetzt muss die Gemeindevertretung entscheiden.“ In der Vorlage seien die Zahlen wie folgt veranschlagt: 150 000 Euro könnten bei einem Verkauf erzielt werden. 30 000 Euro seien für die Herrichtung des Gebäudes veranschlagt, 10 000 Euro jährlich für die Unterhaltung kalkuliert. Bei den Unterhaltungskosten habe man sich an den Werten orientiert, die zurzeit für das Feuerwehrgerätehaus aufgewendet werden müssten. Man werde den Geschichtsverein auch bei einem Scheitern des Projekts weiterhin positiv begleiten. (swe)

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