Gemeinde Ahnatal will Umwelt schonen

Ziel: Klimaschutz als Volkssport

Hoffen auf Hausbesitzer: Fotovoltaikanlagen zur Stromerzeugung wie hier auf einigen Dächern am Kammerberg sollen der Umwelt helfen. Foto: Schräer

Ahnatal. Klimaschutz soll in Ahnatal zum Volkssport werden. In der Gemeinde soll langfristig Energie gespart, sollen weniger Schadstoffe produziert werden. Dies wünschen sich die Fraktionen der Gemeindevertretung.

Der Einsatz für eine bessere Umwelt fange im Kleinen an. Voraussetzungen: Es muss klar sein, was zu tun ist. Und möglichst viele Ahnataler müssen mitziehen.

Die Ziele für die Gemeinde sind in einem Klimaschutzkonzept formuliert, das ein Kasseler Fachbüro erstellte. Bei deren Umsetzung soll ein Klimaschutz-Manager helfen, der berät und für die erforderlichen Investitionen wirbt.

Dieser könnte ab Mitte des Jahres auf halber Stelle seine Arbeit aufnehmen, schätzt Bürgermeister Michael Aufenanger. Noch hat die Gemeinde die Stelle allerdings nicht ausgeschrieben. Denn zunächst muss das Bundesumweltministerium einen entsprechenden Bescheid nach Ahnatal schicken.

Berlin fördere das Konzept und wird über drei Jahre auch für dessen Umsetzung samt Manager weitgehend zahlen. Ahnatal rechnet mit 85 Prozent Zuschuss der kalkulierten Summe von 27.000 Euro pro Jahr plus einiger Sachkosten.

Den politisch Verantwortlichen ist klar, dass es beim Klimaschutz im Wesentlichen auf die Einwohner ankommt. Indem sie häufiger mit Bus und Bahn statt mit dem Auto fahren, als Eigentümer ihr Haus energetisch sanieren oder Anlagen installieren, um Ökostrom zu produzieren.

Sparsamere Leuchten

Aber auch die Gemeinde beteiligt sich an dem Prozess. So werde die Straßenbeleuchtung auf sparsamere LED-Technik umgestellt, sagt der Bürgermeister. Statt 70-Watt-Lampen kommen 50-Watt-Leuchtkörper zum Einsatz, mache pro Jahr 8000 Euro weniger Energiekosten.

Seit einigen Jahren wird laut Aufenanger die Produktion regenerativer Energie gefördert. So stellte die Gemeinde das Dach des Kindergartens auf dem Kammerberg für eine Fotovoltaikanlage zur Verfügung, an deren Bau und Betrieb sich Bürger beteiligten.

Sonnenstrom wird ebenfalls auf den Dachflächen von Gemeindezentrum Heckershausen und zentralem Feuerwehrhaus erzeugt. Hierfür sei eine Bürger-Solar-Gesellschaft gegründet worden. Auf der Kläranlage erzeugt die Gemeinde selbst Strom in kleinem Umfang.

Muss der bis auf das Feuerwehrhaus eher alte Gebäudebestand der Kommune saniert werden, berücksichtige man auch den energetischen Aspekt, betont Aufenanger. So geschehen zum Beispiel beim Gemeindezentrum oder bei ersten Arbeiten am Rathaus in Weimar und der Sporthalle Rasenallee.

Würden alle Klimaschutzziele erreicht, könnte nach den Berechnungen des Kasseler Fachbüros der Energieverbrauch in Ahnatal bis 2030 so weit sinken, dass vom schädlichen Kohlendioxid nur noch 44.000 Tonnen ausgestoßen werden statt 64.500 Tonnen wie für 2010 berechnet.

Von Michael Schräer

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