Nach Verkauf des Riffer-Geländes: Ortskern soll gestärkt werden

Brache: Noch liegt das Riffer-Gelände samt alter Villa in einem Dornröschenschlaf. Doch schon nächstes Jahr soll dort ein Supermarkt öffnen. Foto:  Ketteritzsch

Kaufungen. Es ist der wahrscheinlich wichtigste Beschluss der Kaufunger Kommunalpolitiker in der laufenden Wahlperiode: Am kommenden Mittwoch entscheiden die Abgeordneten in nicht öffentlicher Sitzung über den Verkauf des Riffer-Geländes an Edeka-Hessenring (Melsungen).

Weil es für die Ansiedlung eines Supermarkts auf dem alten Sägewerksareal mittlerweile eine große Koalition aus SPD und CDU gibt, gilt die Zustimmung zu den von Bürgermeister Arnim Roß (SPD) und Edeka-Geschäftsführer Hans-Richard Schneeweiß ausgehandelten Verträgen als sicher.

Mit dem Votum für den Verkauf wird zwar ein langjähriges Streit in Kaufungen ad acta gelegt; die Entscheidung pro Supermarkt beschert der Gemeinde aber im wörtlichen Sinne gleich mehrere neue Baustellen. Das Gros betrifft dabei jenes Thema, das Roß besonders am Herzen liegt. „Wir müssen den Ortskern von Oberkaufungen stärken“, sagt der Bürgermeister im HNA-Gespräch.

Zur Belebung des Zentrums könnte nach Auffassung von Roß ein Dorfladen am Brauplatz beitragen. „Die Firma Tegut hat grundsätzlich Interesse an dem Standort“, so der Bürgermeister. Erste Gespräche mit dem Eigentümer, dem Fleischermeister Gerhard Reichel, hat es bereits gegeben.

Zur Belebung der Ortsmitte soll zudem ein attraktiver Wochenmarkt vor dem Rathaus mit acht Ständen beitragen. Der alte Wochenmarkt war über die Jahre immer mehr geschrumpft und zog zuletzt kaum noch Kunden an. Hauptamtsleiter Carsten Marth geht davon aus, dass der neue Wochenmarkt noch in diesem Frühjahr startet. Gegenwärtig werde geprüft, ob er freitags oder samstags stattfinden soll. Organisiert wird das Freiluft-Angebot von der bundesweit aktiven Marktgilde.

Im Sommer 2013 soll der neue Lebensmittelmarkt auf dem Riffer-Gelände eröffnet werden. Dann hat der Edeka-Markt an der Leipziger Straße/Ecke Schulstraße ausgedient. Und es stellt sich die Frage, was aus dem in die Jahre gekommenen Gebäude wird. Der Bürgermeister kann sich vorstellen, dass der Laden wieder verpachtet wird. „Langer Leerstand sollte unbedingt vermieden werden“, so Roß, der von einer „sensiblen Stelle“ spricht. Den Kauf des Areals durch die Gemeinde bezeichnet der Bürgermeister als „letztes Mittel“.

Der Festplatz am Kreisel zwischen Ober- und Niederkaufungen soll ebenfalls auf das Riffer-Gelände verlegt werden. Das Areal gegenüber der Stützpunktfeuerwache wird dadurch für eine Wohnbebauung frei.

Noch im Frühjahr wird sich die Planungskommission des Gemeindeparlaments mit der Frage befassen, welche Wohnformen dort verwirklicht und welche Zielgruppen angesprochen werden sollen.

Die Überlegungen der Kommissionsmitglieder werden in einen Masterplan münden. Eines steht für Bürgermeister Roß aber bereits heute fest: „Städtebaulich und energietechnisch muss das neue Wohngebiet Leuchtturmcharakter haben.“

Von Peter Ketteritzsch

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