Ziel ist Selbstständigkeit

DRK-Klinik Kaufungen ist auf Erkrankungen des Alters spezialisiert

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Krankengymnastik: Reha-Patientin Vera Grodzicki und Physiotherapeut Michael Sondermann (rechts) sind ein eingespieltes Team - der angehende Krankengymnast Paul Schellenberg unterstützt bei der Behandlung.

Kaufungen. Nach dem gemeinsamen Frühstück auf der hell und freundlich eingerichteten Station der Tagesklinik startet Reha-Patientin Vera Grodzicki (68) mit Physiotherapeut Michael Sondermann in den Tag.

Der kennt seine Patientin genau, weiß und spürt, was heute bei ihr geht. Dehn- und Streckübungen an der Sprossenwand, dann geht es weiter auf der Liege: Arme und Beine beugen, Becken drehen, den Rücken strecken, für die 68-Jährige Schwerstarbeit. Trotz ihrer Schmerzen ist Grodzicki hochmotiviert, arbeitet mit. „Ich will das schaffen“, sagt sie.

Vera Grodzicki hat eine Hüftdysplastie (angeborene Fehlstellung des Hüftgelenks), wurde mehrfach operiert, hat künstliche Hüftgelenke, braucht zum Gehen den Rollator. „Wenn ich hier in der Tagesklinik bin, geht es mir schnell viel besser, die Schmerzen werden weniger und ich bin schnell beweglicher“, sagt die ehemalige Schulsekretätin. „Das ist für mich Lebensqualität.“

Seit 13 Jahren kommt die Frührentnerin zweimal jährlich drei Wochen zur ambulanten Reha in die DRK-Klinik Kaufungen, einem Fachkrankenhaus für Geriatrie (Erkrankungen des Alters). Hier ist man spezialisiert auf die besondere Situation von Senioren, die oft mehrere Krankheiten zugleich haben, erläutert Chefarzt Dr. Hans Milerski.

„Ziel ist es, unsere Patienten so fit zu halten oder, wenn sie zum Beispiel nach einem Sturz aus der Klinik kommen, so fit zu machen, dass sie wieder in ihre häusliche Umgebung zurück können“, sagt der Mediziner.

Selbstständigkeit ist auch Vera Grodzicki wichtig. Sie hat gelernt, aus dem vielfältigen Therapieangebot, zu dem auch Fango und Massage, Schwimmen, Musik- und Ergotherapie, Wassergymnastik sowie psychologische Hilfe zählen, das Beste für sich und ihre Gesundheit zu machen. So hoffe sie, eine schwere Krankheit zu überwinden, sagt die Patientin. Sie schätzt, dass sich Ärzte und Therapeuten viel Zeit nehmen.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen geht das Therapieprogramm für Vera Grodzicki und ihre Mitpatienten am Nachittag weiter. Die Nacht verbringen die Patienten zu Hause.

Das tut Margarethe Schulze nicht. Die 76-Jährige hatte sich beide Beine gebrochen und ist nun, nach dem Krankenhausaufenthalt, zur stationären Reha in der Kaufunger Klinik. Große Schwäche und nur kleine Fortschritte gab es anfangs, „aber jetzt geht es richtig bergauf“, sagt die Seniorin.

Sie stehe alleine auf, könne sich alleine waschen und lerne in einem Laufstuhl das Gehen. „Ich will zurück nach Hause, und das schaffe ich auch“, sagt sie. „Es ist anstrengend, aber es wird von Tag zu Tag besser“, fügt sie gutgelaunt hinzu. Dazu trage auch das gute Personal bei und dass ihre Kinder sie immer besuchen, sagt Margarethe Schulze.

Von Sabine Oschmann

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