Kooperationsvertrag für Schauenburg und Bad Emstal: Landwirte werden beraten

Ziel: Trinkwasser sichern

Dr. Walter Lübcke

Schauenburg. Die Belastungen des Grundwassers und der Oberflächengewässer bis zum Jahr 2015 stetig verringern – das ist das Ziel der Wasserrahmenrichtlinie, die im Bereich der Kommunen Bad Emstal und Schauenburg umgesetzt werden soll. Dazu unterzeichneten am Donnerstag Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, Schauenburgs Bürgermeisterin Ursula Gimmler und ihr Bad Emstaler Kollege Ralf Pfeiffer in dessen Rathaus einen Vertrag.

Das Besondere: Mit diesem Papier wird für die circa 70 haupt- und nebenberuflichen Landwirte, die in den Gemarkungen Balhorn und Martinhagen Nutzflächen bewirtschaften, ein Beratungsmanagement vereinbart. Die Gesamtfläche umfasst circa 1100 Hektar.

Experten sollen die Landwirte kostenlos darüber informieren, wie sie bei der Düngung die Schadstoffeinträge so gering wie möglich halten können, so dass der Nitratgehalt im Grundwasser vermindert und die Phosphateinträge, die durch Erosion die Flüsse und Bäche belasten, reduziert werden.

Die Gemeinde Bad Emstal als Projektträger wird die Beratungsleistungen ausschreiben und nach der Vergabe zu einer Informationsveranstaltung einladen. Die Gemeinde wurde vom Regierungspräsidium unter anderem wegen der geplanten Wasserschutzgebietsausweisung für den Tiefbrunnen Spieß in der Gemarkung Balhorn als Projektträger ausgewählt. Grund: Der Brunnen weist mit 30 Milligram Nitrat pro Liter Wasser eine recht hohe Belastung auf. In diesem Gebiet sah man daher Handlungsbedarf.

„Voraussichtlich werden wir Anfang Oktober mit den Beratungen beginnen können,“ sagte Volker Möller vom Dezernat Grundwasserschutz und Wasserversorgung Kassel. Wichtig sei hervorzuheben, dass man die Landwirte nicht an den Pranger stellen, sondern mit ihnen gemeinsam die Verbesserung der Wasserqualität in Angriff nehmen wolle, indem man neue Erkenntnisse und Optimierungsmöglichkeiten im Bereich der Düngung vermittle. „Die Landwirte sind die Hauptakteure“, betonte Möller. „Und wir sind auf ihre Kooperationsbereitschaft angewiesen“, fügt der Bad Emstaler Bürgermeister Ralf Pfeiffer hinzu.

Kosten trägt Land

Die Projektkosten von 112 000 Euro für die Beratungen der Landwirte in Bad Emstal und Schauenburg trägt das Land Hessen. (nh) Foto: Husung/nh

Von Esther Husung

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