Ziel: Weniger Vorurteile – Bis Donnerstag geöffnet

Islam-Ausstellung im Kreishaus Kassel will Dialog stärken

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Ein Koran als Gastgeschenk für die Vizelandrätin: Unser Bild entstand bei der Eröffnung der Islam-Ausstellung im Kasseler Kreishaus. Zu sehen sind (von links) Organisator Hassan Odabasi, Mohammad Saeed Ahmed (Regionalvorsitzender der islamischen Reformgemeinden), VizeLandrätin Susanne Selbert, Abdus Salam Burghardt (Organisation) und Wahab Ibrahim (Präsident von Ahmadiyya Kassel).

Kassel. „Liebe für alle, Hass für keinen“ – so lautet das Leitmotiv der islamischen Reformgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat in Kassel.

Die Gemeinde lädt noch für heute und morgen zum Besuch einer Ausstellung über die Geschichte und Gegenwart des Islam ins Kasseler Kreishaus, Wilhelmshöher Allee 19-21, ein. Die Ausstellung berücksichtigt historische und theologische Aspekte. An 13 attraktiv aufgemachten, großflächigen Stationen vermittelt sie ein umfassendes Bild der islamischen Religion. Das Ziel der Präsentation und der anschließenden Abendvorträge (Beginn ist jeweils um 17 Uhr) ist die Aufklärung über den Islam und über seine Reform in der Gegenwart.

„Es gibt Schwierigkeiten, dem Moslem als ganz normalem Menschen zu begegnen“, sagte Ausstellungsorganisator Abdus Salam Burghardt während der gut besuchten Vernissage am Montagabend. Die Ausstellung solle helfen, Vorurteile in Deutschland abzubauen.

Der Organisator erinnerte mit dem Vorsitzenden der Region Hessen-Nord, Mohammad Saeed Ahmed, an die Reform des Islam in unserer Zeit, die vor 120 Jahren durch den Gründer der friedlichen Ahmadiyya Muslim Jamaat, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad, eingeleitet wurde.

Die Islam-Ausstellung sei ein kleiner Mosaikstein auf dem Weg zum Abbau von Missverständnissen, sagte Vize-Landrätin Susanne Selbert (SPD). Es sei sehr wichtig, dass sich Menschen islamischen Glaubens in die Diskussionen in Deutschland einmischen. „Wir sollten einfach mehr miteinander als übereinander reden“, sagte Selbert, die den angekündigten, aber überraschend verhinderten Bundesvorsitzenden der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Abdullah Uwe Wagishauser, wegen eines wichtigen Termins in der hessischen Landeshauptstadt entschuldigte.

Auf die Nachfrage einer Besucherin zu den Selbstmordattentaten sagte Abdus Salam Burghardt, dass man nur aufklären könne, auch um der selektiven Wahrnehmung entgegenzuwirken. Die Ausstellung im Kreishaus nehme den Islam in seiner Gesamtheit in den Blick und fördere den interreligiösen Frieden in der Gesellschaft, so der Organisator.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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