Zirkusprojekt an der Ludwig-Emil-Grimm-Schule war tolles Erlebnis

Mit Mut aufs Nagel-Brett: Paul Kaldyk als Fakir.

Fuldatal. So ganz geheuer ist Paul die Angelegenheit nicht. Die Nägel auf dem Brett, auf das er sich gleich legen soll, erscheinen bei näherer Betrachtung doch sehr spitz. „Das piekst bestimmt“, flüstert der Neunjährige noch schnell seinem Freund Erik zu.

Dann folgt er der Aufforderung von Zirkusdirektor Marcello Maatz folgt und tritt mit verschränkten Armen in die Manege.

Paul übt gerade für seinen Auftritt als Fakir. „Da muss man richtig mutig sein“, sagt er und schnauft noch einmal kräftig durch. Dann legt sich der Grundschüler der Ludwig- Emil -Grimm-Schule (LEG) mit zusammengekniffenen Augen auf die stachelige Unterlage. Sehr zur Freude seiner Mitschüler, die den Auftritt mit lautem Applaus belohnen.

Der Drittklässler war eines der 180 Kinder, die am Zirkusprojekt anlässlich des 15-jährigen Bestehens des LEG -Fördervereins teilnahmen.

„Mit dem Projektzirkus möchten wir den Schülern ein besonderes Erlebnis bescheren und sie ermutigen, eigene Grenzen zu überwinden und sich etwas zuzutrauen“, sagt Bernadette Frammelsberger. Die Vorsitzende des Fördervereins hatte die Idee zum Mitmach-Zirkusprojekt, in dem die Kinder unter der Anleitung des Ehepaars Maatz vom Circus Bellissimo ein Showprogramm erarbeiten und dieses bei zwei Galavorstellungen zeigen.

Doch vor dem großen Auftritt in der Manege war intensives Training angesagt. „Ich finde das schön, aber auch sehr anstrengend“, sagt My-Linh. Die Siebenjährige probte gemeinsam mit ihren Freundinnen Nina und Olga den rhythmischen Hüftschwung. „Ich bin nämlich eine Bauchtänzerin“, verrät sie lachend. „Das passt ganz gut zu mir, denn ich tanze sehr gern.“

Zirkusprojekt an der Ludwig-Emil-Grimm-Schule

Glücklich mit ihren Rollen waren auch die jungen Teilnehmer der Gruppe Tomatenclowns und Jonas Baierl, der eine Ziegendressur einstudierte. „Ich finde Tiere toll. Es war ein schönes Gefühl, mit der Ziege Kunststücke zu zeigen und zu sehen, dass sie wirklich auf mein Kommando hört“, sagte Jonas.

Großen Anteil daran hatten Sylvia und Marcello Maatz. Das Ehepaar, das sich auf die Kooperation mit Schulen spezialisiert hat, unterstützte und motivierte die Nachwuchsartisten auf kindgerechte Weise. „Die jahrelange Erfahrung im Umgang mit Kindern in der Manege spiegelt sich deutlich in den Ergebnissen wider“, lobte Frammelsberger die erfolgreiche Zusammenarbeit.

In der Kürze der Zeit hätten die Kinder einen hervorragenden Eindruck von der Arbeit im Zirkus, dem Zusammenhalt und der Disziplin erhalten. „Alle Kinder sind für einen Moment lang selbst zu Zirkusstars geworden „, freute sich die Initiatorin. „Das war längst nicht für alle Schüler selbstverständlich. Viele haben gelernt, sich etwas zuzutrauen, was sie vorher nicht für möglich gehalten haben. Zu solch einem Auftritt gehört Überwindung, Selbstvertrauen und eine gehörige Portion Mut.“

Info: Die Gala-Vorstellungen der Zirkusprojektwoche finden heute und morgen, Freitag, 19.August, jeweils um 18 Uhr im Zirkuszelt auf der Wiese gegenüber der Gesamtschule, Weserstraße 38, statt. Einlass ist ab 17.30 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro, für Kinder 3 Euro.

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