Brüder-Grimm-Schule Baunatal: Ein Zirkuszelt auf dem Schulhof

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Der Moment zählt: Schülerin Emily Gloszat (4. Klasse) zeigt Artistin Sandy Barnekow, was sie schon kann. Fotos: Lischper

Baunatal. Zirkuszelt statt Klassenzimmer heißt es diese Woche in der Brüder-Grimm-Schule in Baunatal. Denn da ist der Circus Phantasia zu Besuch und entdeckt verborgene Talente.

Mit Gänsehautmusik und natürlich mit einem Zirkusdirektor beginnen die Schultage in dieser Woche. Zuerst wird das Lied vom Clown gesungen: Einem Clown, der nur dann glücklich und zufrieden ist, wenn er in der Manege steht und Clown sein darf. Denn das kann er am besten.

Was die Grundschüler am besten können, wird nach dem Lied trainiert. Denn da geht es nicht etwa mit Mathe und Deutsch weiter, sondern mit Akrobatik, Trapez, Jonglage, Drahtseil, Fakirunterricht, Schwerterkiste, Schwarzlichttheater und Zauberei. Haben die Lehrer umgeschult? Nein, darum kümmern sich erfahrene Artisten, die Talente aus den Kindern herauskitzeln, die im Unterricht auf der Strecke bleiben.

Zirkusdirektor Lars Wasserthal sieht darin auch die Aufgabe des Projektzirkus, der von Februar bis Dezember durch Deutschland tourt. „Die Kinder können ihre Fähigkeiten auf vielfältige Weise einbringen. Das ist das Besondere an unserem Zirkus.“ Sabine Keller, die stellvertretende Schulleiterin der BGS, stimmt ihm zu: Man erlebe die Schüler zum Teil vollkommen ausgewechselt. „Sie gehen an ihre Grenzen und zeigen auf ihre Weise ihr Können.“  

Um die Kinder den Disziplinen zuzuteilen, wurde von den Artisten des Zirkus vorab ein Casting veranstaltet. Es sei dabei in erster Linie um die körperliche Voraussetzung gegangen, erzählt Wasserthal. „Eine Person mit langen Beinen und kurzem Oberkörper hat zum Beispiel optimale Voraussetzungen, um am Trapez zu arbeiten.“ Doch er gibt zu: Was die Relation von körperlicher Qualifikation und persönlichem Willen der Schüler angeht, da seien manchmal schwierige Entscheidungen zu treffen. Wie im Künstleralltag auch, bestätigt der ausgebildete Schauspieler. „Erst kommt das Interesse, dann hartes Training - aber anders als in früheren Zirkuszeiten wird heute niemand mehr zu etwas gezwungen.“

In allen Gruppen geht es darum, dass die Schüler an ihre Grenzen stoßen. Dafür müssten sie sie natürlich erst einmal feststellen, sagt Sabine Keller. Der Zirkus eigne sich dafür, weil er viele verschiedene Talente unter einem Zelt zusammenbringe, so Wasserthal. Da finde sich jeder wieder.

In der Woche probieren die Kinder zwei bis drei Tricks pro Gruppe und führen diese als Abschluss bei einer öffentlichen Vorstellung auf. Damit jedes Kind teilnehmen kann, wurde die Kasseler Sparkasse mit ins Boot geholt. Sie übernimmt die Teilnahmekosten für die Kinder. Unter denen sind auch künftige Schulanfänger aus den Kindergärten Rengershausen, Guntershausen und Kirchbauna. Der reguläre Unterricht an der Schule fällt nicht aus, da die Projektwoche den Rahmen gibt. Als Ergänzung der praktischen Übung wird in den Klassen das Thema Zirkus behandelt.

Vorstellungen sind am Freitag, den 6. Juni um 17 Uhr und Samstag, den 7. Juni um 10 Uhr im Zirkuszelt auf dem Schulhof in der Dorothea-Viehmann-Straße 24, Baunatal. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 10 Euro und für Kinder 5 Euro.

Von Anna Lischper

Fotos vom Zirkus

Kinder-Mitmach-Zirkus Circus Phantasia bei der Brüder-Grimm-Schule Baunatal

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