Kassenstreit während Mitgliederversammlung des Großenritter Sportvereins Eintracht

Zoff im GSV-Wohnzimmer

50 Jahre im Verein: Dazu gratulierte Jürgen Grimm (von links) Norbert Buntenbruch, Bernhard Sonneborn und Reinhard Schmidt.

Baunatal. Nach den Erfolgsnachrichten der ersten Stunde der Mitgliederversammlung des GSV Eintracht Baunatal sorgte der kurze Finanzbericht des Ressortleiters Finanzen, Frank Becker, für eine nachhaltige Störung der einträchtigen Harmonie am Mittwoch im Kulturhaus. Das hatte Erste Stadträtin Silke Engler-Kurz vorher „Wohnzimmer Großenrittes“ genannt.

Mitglied Frank Eskuche vermisste eine Einzelaufstellung der Kosten des Hauptvereins und verlangte einen detaillierten Kassenbericht.

Josef Dietrich, Abteilungsleiter Karneval, rief nach Erklärungen für die Verluste von 14 000 Euro 2009 und 10 000 Euro 2010: „Der Hauptverein arbeitet mit dem Geld, das aus den Abteilungen kommt. So ist nicht nachvollziehbar, welcher Verein Verluste macht.“ Er habe Angst um das Geld seiner Abteilung.

Ehrenmitglied Willi Icke ergriff Partei für die Kritiker und bezeichnete die Debatte als „ausgemachten Unsinn“.

Frank Becker erklärte, dass die Verluste unter anderem aus verlängerten Öffnungszeiten der Geschäftsstelle und damit gestiegenen Personalkosten resultierten. Auch seien die Mitgliedsbeiträge seit 2002 konstant geblieben, die Kosten allerdings gestiegen. Darum enthalte die im Dezember beschlossene neue Satzung auch eine neue Beitragsstruktur.

Aber Becker setzte sich damit und mit seiner Auffassung des Kassenberichtes nicht durch, Kompromissvorschläge des 1. Vorsitzenden Claus Umbach und Willi Ickes wurden mit lautem Murren im Saal abgelehnt.

Um 20.52 Uhr wurde die Versammlung unterbrochen, Frank Becker beschaffte die geforderten Daten und verlas diese. Gegen 21.10 Uhr resümierte er die Vorgänge des Abends und trat nach mehr als 30 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit für den GSV von allen Ämtern zurück.

Einstimmig entlastet

Nach dem Bericht der Kassenprüfer entlastete die Mitgliederversammlung den Vorstand dennoch einstimmig.

Dem alten Vorstand trotzte Icke noch die Rücknahme eines Beschlusses vom Februar ab. Demnach sollte die vom GSV an den Landessportbund (LSB) zu zahlende Umlage für eine gewisse Zeit direkt von den Abteilungen getragen werden, da diese auch die Zuschüsse für Übungsleiter vom LSB erhalten. Nun liegt die Pflicht vorerst wieder beim Hauptverein, der Vorstand muss darüber erneut beraten.

Dem dann zügig neu gewählten Vorstand gehören neben Claus Umbach, Vize Klaus-Peter Metz sowie Norbert Buntenbruch und Stefan Löber nun als Stellvertreter Uwe Hoffart (Ressortleiter Sport) und Bertold Siebert (Ressortleiter Finanzen) an. Hoffart kümmert sich zudem weiter um sein Sachgebiet Organisation und Technik, Siebert übernimmt das Finanzressort nach dreijähriger Unterbrechung erneut.

Zum Ende der Versammlung wurde ein spontan eingebrachter Vorschlag einmütig befürwortet: Künftig soll es für derartige Veranstaltungen einen detaillierten Kassenbericht als Vorlage geben.

Von Constanze Junker

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