Trockenheit im Mai und regnerischer Sommer halfen

Zuckerfabrik rechnet mit Rekord: Werk in Wabern erwartet 650.000 Tonnen Rüben

Kreis Kassel/Wabern. Mit einer Rekordernte rechnen die Verantwortlichen der Zuckerfabrik in Wabern. Das sagte Peter Fecke, Leiter der Rübenabteilung in dem Unternehmen, auf Anfrage unserer Zeitung.

Am Samstag, 17. September, werden die ersten Zuckerrüben von Bauern aus einem großen Umkreis – auch aus dem Landkreis Kassel – in der Fabrik angeliefert. Den Sonntag nutzen die Mitarbeiter, um die Maschinen startklar zu machen, damit die Produktion in der Nacht zu Montag beginnen kann.

Ein so früher Start der Rübenkampagne ist ungewöhnlich, aber nicht einmalig. Im Jahr 2009 sei die Situation ähnlich gewesen, erläuterte Fecke.

Das Ziel der Zuckerproduzenten ist es, möglichst bis zum Heiligen Abend mit der Arbeit fertig zu sein. So wurde der Starttermin anhand der erwarteten Rübenmenge geplant, indem von Weihnachten zurückgerechnet wurde.

Bis nach Sydney

Die Südzucker rechnet damit, dass sie in Wabern 650 000 Tonnen Rüben verarbeiten wird. Daraus sollen 110 000 Tonnen Zucker entstehen. Würde man diese in handelsüblichen Kilopackungen hintereinander legen, wäre die Strecke so lang wie von Wabern bis nach Sydney in Australien.

Für Erholungsuchende mag der Sommer nicht optimal gewesen sein, für die Zuckerrüben war er ideal. Im Mai sei es relativ trocken gewesen, sagt Fecke. Gut für die Rüben, denn so bildeten sie Wurzeln weit ins Erdreich aus. Im Juli und August, als die Rüben einen hohen Wasserbedarf hatten, regnete es viel. So betrug der Zuckergehalt in der Rübe in der ersten Septemberwoche bereits 16,6 Prozent.

Er rechne zu Beginn der Kampagne mit 17 Prozent Zuckeranteil, gegen Ende mit 18 Prozent, sagte Fecke. Das sind gute Werte. Es gibt laut Fecke wieder mehr Anbauflächen für Zuckerrüben in der Region. Er beziffert den Anstieg gegenüber 2010 auf zehn Prozent. Grund sei unter anderem der gestiegene Weltmarktpreis für Zucker. Dieser habe dazu geführt, dass die AKP-Staaten viel Zucker in der eigenen Region verkauften.

AKP-Staaten sind weniger entwickelte Länder in Afrika, der Karibik und im Pazifik. Die Wirtschaft dieser Länder wird durch Abkommen besonders geschützt. In Deutschland sei es zu einer „gewissen Unterversorgung“ mit Zucker gekommen, erklärte Fecke, daher die größeren Flächen. Nach einer längeren Durststrecke habe sich die Südzucker wieder positiv entwickelt. STICHWORT HINTERGRUND

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