Nach Wegfall der Kaufunger Kostenbeteiligung muss Helsa 60 000 Euro-Defizit allein tragen

Zukunft des Bads ungewiss

Action im Schwimmbad: Im Jahr 2008 spielte der Kasseler Rockmusiker Ray Binder (rechts) mit seiner Band im Helsaer Freibad. Aktionen wie diese könnten dazu beitragen, das Überleben des Schwimmbads zu sichern. Archivfoto: nh

Helsa. Nach der Ankündigung der Gemeinde Kaufungen, den jährlichen Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro für das Helsaer Freibad zu streichen, ist die Zukunft des kleinen Schwimmbads zum wiederholten Male ungewiss.

Denn das an der Losse gelegene Freibad sorgt im Helsaer Gemeindehaushalt für ein dickes Minus. Jährlich etwa 60 000 Euro muss die Gemeinde für den laufenden Betrieb zuschießen. Das Freibad, das nicht beheizt ist, ist für drei Monate geöffnet.

Da unter den durchschnittlich 7000 bis 8000 Badegästen auch viele Kaufunger sind, hat sich Kaufungen seit 2007 an dem Defizit mit einer Summe von jährlich bis zu 30 000 Euro beteiligt – eine freiwillige Leistung, die Kaufungen mit Blick auf die eigenen Schulden nun streicht. Ab 2013 soll kein Geld mehr nach Helsa fließen.

„Ich kann das nachvollziehen, aber es ist durchaus ein Problem“, sagte Helsas Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) auf Nachfrage der HNA. „Ich will das Bad auf keinen Fall schließen.“ Ob das gelinge, werde die Zukunft zeigen. Die Möglichkeiten für die Erhaltung des Bads seien „ganz erheblich schlechter geworden“.

Denn zusätzlich zu den laufenden Kosten steht im kommenden Jahr 2013 die dringend nötige Sanierung des 76 Jahre alten Freibads an. Allein die Erneuerung der Beckenfolie wird 80 000 Euro verschlingen. Das Geld ist zwar bereits im Gemeindehaushalt 2012 vorgesehen. Doch angesichts seines Haushaltsdefizits muss Helsa stärker auf die Schuldenbremse treten.

Die Gemeinde will unter den Schutzschirm des Landes schlüpfen, dies ist mit strengen Sparauflagen verbunden. Alle freiwilligen Leistungen – laut Küthe fällt auch das Freibad darunter – kommen auf den Prüfstand. Bis zum Jahresende muss die Gemeinde entscheiden, wo gespart werden soll. Ob das Freibad betroffen sein wird, ist offen.

An den Badsanierungskosten hätte sich Kaufungen eh nicht beteiligt. Die interkommunale Vereinbarung vom Mai 2007 sah eine Beteiligung Kaufungens an den laufenden Betriebskosten vor, die Sanierung stuft man im Kaufunger Rathaus jedoch als Unterhaltsleistung ein.

Der finanzielle Rückzug Kaufungens rief jetzt auch die Helsaer CDU auf den Plan. Die Fraktion verlangt Auskunft vom Helsaer Gemeindevorstand, seit wann man davon wisse. Der Kaufunger Bürgermeister Arnim Roß (SPD) habe ihn vor zwei Wochen informiert, sagt Küthe.

Förderverein

Inwieweit der Schwimmbad-Förderverein eine aktive Rolle bei der Rettung des Freibads spielen könnte, wollen die Christdemokraten auch wissen. „Da tut sich nicht viel“, sagt Tilo Küthe, „die Aktivitäten sind spärlich.“ Der Verein bestehe nur aus einer Handvoll von Privatpersonen. „Ich bin der Vorsitzende, weil es keiner machen wollte“, sagt der Bürgermeister. Archivfoto: Wohlgehagen/nh

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Von Holger Schindler

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