Rolf Mantel und Manfred Schröder vom Heimatverein kritisieren Votum zum Verkauf des Feuerwehrhauses

Zukunft der Geschichtsarbeit ungewiss

Steht für ein Museum nicht mehr zur Verfügung: Das ehemalige Feuerwehrhaus in Heckershausen soll verkauft werden. Archivfotos: Schräer/Kisling/Dilling

Ahnatal. „Das ist ein herber Schlag für den Fortbestand und die Weiterentwicklung der Ahnataler Geschichtsarbeit.“ Ohne Ausstellungsräume gehe man „einer total ungewissen Zukunft entgegen“. Mit diesen Worten kommentieren Rolf Mantel, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, und Projektbeauftragter Manfred Schröder die jüngste Entscheidung der Gemeindevertretung.

Die hatte mehrheitlich mit den Stimmen von CDU und Grünen für den Verkauf des ehemaligen Feuerwehrhauses in Heckershausen votiert. Und somit dagegen, das Gebäude dem Verein zu überlassen, der dort unter anderem ein Museum einrichten wollte.

Die lobenden Worte von Vertretern dieser beiden Fraktionen und auch von Bürgermeister Michael Aufenanger über die bisher geleistete Geschichtsarbeit klingt für Schröder nach „Hohn und Spott“. Mantel unterstellt dem Bürgermeister „Lippenbekenntnisse“ und „Worthülsen“ bezüglich seiner anfänglichen Unterstützung für ein Heimatmuseum. Die interfraktionelle Sitzung Ende Oktober, in der der Verein über seine Pläne informierte, sei eine Farce gewesen.

Der Verein habe bewusst Parteipolitik vermieden, sagt Mantel. Aber genau diese macht Schröder für die Entscheidung gegen das Museum verantwortlich. So habe CDU-Fraktionschef Rüdiger Reedwisch den Heimat- und Geschichtsverein als „sozialdemokratische Rentnertruppe“ betitelt. Und die von der CDU kritisierte Kosten-Nutzen-Rechnung durch den Verein sei seriös auf der Basis der Haushaltsansätze der Gemeinde erfolgt.

Der Bürgermeister weist die Vorwürfe zurück. Er habe die Museumspläne konstruktiv verfolgt. Die Entscheidung zum Verkauf des Hauses sei allein der wirtschaftlichen Situation geschuldet.

Dies betont auch Reedwisch. „Es ging nicht um Partei-, sondern um Finanzpolitik.“ Das Museum rechne sich nicht. Es gehe beim schlechten Zustand des Gebäudes und dem jährlichen Unterhalt um Belastungen für die Gemeinde von 25 000 bis 30 000 Euro. Hätte der Verein private Investoren gefunden, hätte es in Heckershausen ein Museum geben können, meint Reedwisch.

Der Verein sei gegründet, aber noch nicht eingetragen, sagen Mantel und Schröder, seit der unklaren Situation um das Museum ruhe die Arbeit, habe man auch keine Sponsorengelder einwerben können. Ob und wie die Geschichtsarbeit weitergehe, entscheiden die Mitglieder Ende Januar.

Von Michael Schräer

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