Fraunhofer Institut in Rothwesten öffnet: Forschungsschwerpunkt E-Autos

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Test in der Simulation: Prof. Dr. Martin Braun, Leiter Dezentrale Netzdienstleistungen, untersucht das Energiemanagement von Elektrofahrzeugen.

Fuldatal. Das Testzentrum für intelligente Netze und Elektromobilität des Fraunhofer Iwes wird am Freitag eingeweiht. Wissenschaftler und Ingenieure des Kasseler Instituts werden in dem Iwes-SysTec genannten Gebäude und auf dem Grundstück an der Fritz-Erler-Anlage in Rothwesten testen und entwickeln.

Das Gebäude beherbergt zwei Hallen. In einer geht es um intelligente Stromnetze, in der anderen um die Elektromobilität. Fahrzeuge, die mit Strom angetrieben werden, sind gerade ein wichtiges Thema auf der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt.

Prof. Dr. Martin Braun, Leiter Dezentrale Netzdienstleistungen beim Iwes, gehört zu jenen, die an der Zukunft in diesem Segment arbeiten und darüber forschen. Unter Laborbedingungen kann er jetzt testen, wie sich Elektrofahrzeuge, verschiedene Batterien und auch Ladegeräte verhalten.

Dr. Philipp Strauß, Bereichsleiter für intelligente Netze und Elektromobilität, mit einem Elektromobil.

All dies geschieht virtuell in einem Bereich der Halle. Die E-Autos sind Schaltschränke, die unterschiedliche Fahrzeugtypen simulieren. Am Computerbildschirm lässt sich zum Beispiel nachvollziehen, wie vier Elektromobile mit unterschiedlicher Restenergie in unterschiedlich großen Batterien an einem Stromparkplatz aufgeladen werden. Die Energie liefert beispielsweise eine Fotovoltaik-Anlage.

„Alle Komponenten spielen für die Zukunft von Elektromobilität eine Rolle, müssen miteinander abgestimmt und auch geregelt werden“, betont Braun. Im nächsten Schritt sollte ein Stromparkplatz auch erkennen, wann viel erneuerbare Energie, der sich das Iwes verschrieben hat, verfügbar und damit günstig ist, um dann die Autos aufzuladen.

In einem anderen Bereich der Halle wird das kabellose Laden erforscht. Denn in Testversuchen habe sich gezeigt, dass es den Fahrern von Elektromobilen oft zu umständlich oder zeitraubend war, beim Parken ihr Fahrzeug an die Ladestation anzuschließen. In Rothwesten wird ein komfor-tables Ladesystem erforscht. „Man fährt auf einen Parkplatz und alles geht automatisch“, sagt Braun. Über eine Bodenplatte und eine Empfangsplatte im Fahrzeug wird die Batterie aufgeladen.

Noch geliefert werden muss ein Rollenprüfstand. Auf dem werden reale E-Fahrzeuge an virtuelle Batterien angeschlossen. Die Fahrzeuge rollen dann, entsprechend am Prüfstand programmiert, durch Landschaften mit Steigungen und Gefälle. Dabei kann laut Martin Braun das Gesamtsystem Elektrofahrzeug wirklichkeitsnah getestet und zum Beispiel eine optimale Batterie für das Fahrzeug entwickelt werden.

Von Michael Schräer

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